Jetlag, you hit me hard...

Ich war wirklich überzeugt, mir könne dieser miese fiese Jetlag nichts anhaben und mit meinem ausgeklügelten Plan würde ich diesen Halunken austricksen, aber leider ist dieser nicht so ganz aufgegangen. Nachdem ich gestern den Blogeintrag fertig geschrieben hatte und etwas gelesen habe, war ich plötzlich so müde und ich konnte Meine Augen kaum aufhalten. Also dachte ich, ich meditiere ein bisschen, das ist ja entspannend. Tja, dabei bin ich knallhart eingeschlafen und auch erst zwei Stunden später wieder aufgewacht... Dabei wollte ich gar nicht schlafen! Ich wollte so sehr, dass der Jetlag an mir vorbeigeht. Ich hab mir dann auch von Milli (Jens' Frau) anhören müssen, dass das keine gute Idee war, aber was konnte ich dafür... Abends einschlafen ist kein Problem, aber ich bin immer so früh wach, heute seit 05:30 Uhr. Und am Nachmittag werde ich todmüde. 

genug beschwert und weiter im Text. Jedenfalls waren wir gestern Nachmittag noch in einer Art Café oder sowas und haben einen Tee getrunken, bzw. habe ich meinen runtergewürgt... Ich habe den ekligsten Tee aller Zeiten bekommen, der war so bitter, dass man ihn fast nicht trinken konnte. Glücklicherweise meinte Jens nach einer Tasse, dass er gerne meinen auch probieren möchte und wir doch tauschen sollen. Ich so, na klaro! Sein Kräutertee war nämlich um Welten besser hahaha ;) 

Heute Morgen habe ich dann zusammen mit Jens Izzi in die Schule gebracht und war, wie vorausgesagt, nochmal an meiner neuen Lieblings-Jugueria auf einen Saft. 

Kurz danach hatte Jens dann einen Termin in der Universität für Ingenieure, zu dem er mich mitgenommen hat. Wir wurden von einem Arbeitskollegen abgeholt und sind einmal quer durch das chaotische Lima gefahren. Ich sag's euch, Auto fahren ist hier kein Spaß. Es gibt einfach keine Regeln, keine Schilder, jeder fährt wann und wie er will und generell gilt das recht des Stärkeren. Auf Fußgänger wird auch nicht geachtet, die Autofahrer würden dich knallhart Umbrettern, die werden noch nicht mal langsamer, wenn man über die Straße läuft. Man muss echt immer brutal aufpassen und zehnmal gucken. Nur bei kleinen Kindern sind sie etwas gütiger.

Die Autofahrt war eigentlich ganz interessant, weil man mal ein bisschen mehr von Lima gesehen hat, aber eine schöne Stadt ist es nicht. Kein Haus passt zu dem nächsten, viel ist kaputt und zerfällt oder ist einfach schon sehr alt. Aber wusstet ihr, dass Lima sozusagen mitten in eine Wüste gebaut wurde, die zweittrockenste Stadt der Welt ist und es fast nie regnet, die Luftfeuchtigkeit aber trotzdem hoch ist? Außerdem hat Lima heutzutage knappe 10 Millionen Einwohner, wobei wir bei dem Problem wären, dass die Stadt viel zu klein ist für ihre vielen Einwohner. Da im Westen der Pazifik, im Osten die Anden und im Norden und Süden die Slums die Stadt begrenzen, kann sie sich nicht ausdehnen und kann nur in die Höhe wachsen. Zu hoch darf aber auch nicht gebaut werden, wegen der Erdbebengefahr. Daraus resultiert also das Verkehrsdesaster und der Platzmangel im Allgemeinen. Meiner Meinung nach riecht es auch ziemlich streng und der Himmel ist dauerhaft grau, sodass man die Sonne nicht zu Gesicht bekommt; das liegt allerdings am Winter.

Und während Jens seinen Termin hatte, habe ich mein allererstes richtiges Gespräch auf Spanisch geführt! Was für ein Erfolgserlebnis! Auch wenn es nicht sehr tiefgründig war, immerhin ein Anfang. 

Auf dem Rückweg habe ich dann auch endlich Geld holen können und anschließend haben wir Izzi wieder von der Schule abgeholt. Was wir heute Nachmittag noch machen und ob überhaupt, weiß ich noch nicht, ich berichte dann morgen.

Emily

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Kommentare: 1
  • #1

    Ate (Mittwoch, 23 August 2017 23:12)

    Es ist immer wieder spannend, von deinen Erlebnissen zu lesen.
    Wie schön, dass alles so gut läuft. Ich freue mich schon auf deine nächsten Berichte.