Hardcore-Sightseeing am Wochenende

Samstag, 26. August:

Auf dem Inkamarkt konnte ich tatsächlich einen typisch peruanischen Alpaca-Pulli ergattern und schlussendlich blieb das auch der einzige Kauf auf diesem Markt, obwohl ich am liebsten noch viel mehr gekauft hätte. Die Taschen, Pullis, Schale, etc. sind einfach so schön! Nicht so vollgeschrieben mit Peru, Peru, Peru so wie an den ganzen Souvenirständen in Europa. Stattdessen gibt es wirklich geschmackvolle Taschen und Rucksäcke, die man auch nach dem Urlaub noch gut tragen kann, wunderschöne Jacken, die super warm halten sollen und ganz viele Schale und Pullover mit verschiedenen Mustern. Mili ist ganz besorgt, dass ich zu wenige warme Sachen dabeihabe und meinte, ich soll mir für die Nächte noch eine Winterjacke kaufen. Aber ich habe mich dazu entschieden, es bei dem Pullover zu belassen, um unnötige Käufe zu vermeiden. Immerhin ist der Platz in meinem Gepäck ja außerordentlich beschränkt... Und wenn das alles nicht reichen sollte, gibt es in Andahuaylas ja auch Möglichkeiten etwas zu kaufen. Anscheinend soll dort alles super billig sein (tschacka, gut für mich) und nur auf so Märkten verkauft werden. Supermärkte oder Läden gibt es dort nicht hat man mir gesagt, aber das finde ich nicht schlimm, ich finde die Märkte eh viel cooler. :)

Am Vormittag waren wir ja auch noch auf dem Flohmarkt von Isabelas Schule, auf dem echt die Hölle los war. Ich konnte zwei spanische Bücher ersteigern, die mir eine super nette Frau verkauft hat (sie hat mir beide für den Preis von einem gegeben), mit der ich mich auch kurz unterhalten habe. Sie meinte, die Bücher wären leicht zu lesen und auch gut, denn sie hätte sie schon alle gelesen. Ich dachte mir, wenn ich ein Buch auf Spanisch lese, das recht einfach ist, kann ich vielleicht schneller lernen. Mal sehen, ob das hilft.

 

Sonntag, 27. August:

Heute waren wir im alten Stadtzentrum Limas, am Plaza Mayor bzw. Plaza de Armas mit dem Regierungspalast, der Kathedrale und den Häusern der Erzbischöfe aus der Zeit der Spanier. Ausgestiegen sind wir am Plaza San Martín, der von prachtvollen alten Gebäuden in weiß umgeben ist. Darunter befindet sich auch das erste Hotel Limas, das früher super exklusiv war und nur von Ganz besonderen Personen gebucht wurde. Um dann zum Plaza Mayor zu kommen, mussten wir durch die ehemals teuerste Einkaufsstraße, die Jirón Carabaya, laufen, deren früherer Glanz nur noch zu erraten ist, da die Fassaden ziemlich kaputt gegangen sind, aber immer noch der koloniale Baustil der damaligen zeit zu erkennen ist. Um damals dort einkaufen zu dürfen, musste man sich sehr schick anziehen und nur die wenigsten durften dort entlang flanieren. Am Ende landet man dann am Plaza de Armas von Lima, in dessen Mitte ein Brunnen steht und der von einer Kathedrale, dem Regierungspalast und mehreren gelben Gebäuden der Kolonialzeit umrandet wird, die von ganz besonderen Holzbalkonen geschmückt werden. Als die Sonne angefangen hat zu scheinen, sah der ganze Platz gleich viel schöner aus und man hatte das Gefühl, dass alle Touristen, die gerade in Lima sind, sich auf dem Platz versammelt haben (ne so voll war es eigentlich gar nicht). Um 11.45Uhr gibt es dann täglich die Wachablösung am Palast und da wir glücklicherweise am letzten Sonntag des Monats da waren (wir hatten echt Glück, da werden nämlich auch immer alle Straßen rund um das alte Stadtzentrum gesperrt, sodass man unbesorgt rumlaufen kann), gab es eine ganz besondere Showeinlage der Wachen, Pferde und Kapelle. Die haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen! Das ganze Spektakel erinnerte mich ein bisschen an die Wachablösung im Buckingham Palace. Die Kathedrale haben wir uns danach natürlich auch angeschaut und wir haben sogar eine Fahrt im Mini-Zug durch ein paar umliegende Gässchen gemacht. Muss schon sehr lustig für all die Schaulustigen ausgesehen haben, ich von drinnen konnte allerdings nicht so viel von den Straßen sehen...

Ein paar Straßen weiter waren wir dann noch in der Basilika de San Francisco, in der gerade eine Messe gehalten wurde. Im letzten Jahrhundert hat man unter dem heute noch als Kloster verwendeten Gebäude Katakomben gefunden, in denen tausende von Leichen begraben wurden. Heute sind die Knochen alle sortiert und in den Gräbern ausgelegt. Mit einer Führung kann man sich diese Schauerlichen Gemäuer anschauen und bekommt das ganze Kloster der Franziskaner und ein Stück Geschichte gezeigt.Das haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Das Highlight für mich war allerdings die Bücherei, in der tausende von uralten Büchern stehen - teilweise noch auf Latein - und am vergammeln sind. Echt schade, dass all dies verfällt und sich einfach auflöst mit der Zeit, aber man hat alles an seinem Ort belassen, wie es damals war, als die Bibliothek noch genutzt wurde.

Limas Altstadt hat eigentlich echt viel zu bieten, aber leider zerfällt alles immer mehr mit der Zeit, Hausfassaden verlieren ihren Prunk und die Bibliothek löst sich in ihre Bestandteile auf...

Nach der Führung sind wir vor Hunger alle fast gestorben, sodass wir uns auf den Weg nach Hause gemacht haben und selbst den weg zum Auto nicht mehr zu Fuß zurückgelegt haben, sondern uns ein netter Mann in seiner Rikscha zurückgefahren hat. ;)

Und dann war das Wochenende auch schon wieder rum... aber zum Glück bleibe ich noch bis Freitag, da geht es dann weiter nach Andahuaylas. 

Morgen Scheibe ich noch über Montag und Dienstag,

Emily

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Kommentare: 3
  • #1

    Oma Ruth (Mittwoch, 30 August 2017 18:35)

    Deine Berichte sind sehr informativ und nett geschrieben, danke dafür. Ich erwarte Deine Berichte immer mit Spannung.
    weiterhin viel Freude und viel Vergnügen.
    Bin in Gedanken bei Dir, Deine Oma Ruth

  • #2

    Ate (Donnerstag, 31 August 2017 23:05)

    Hey Emily,
    ich freue mich immer, Deine tollen Tagesberichte zu lesen. Ich finde es klasse, DASS Du gleich immer ein bisschen von dem entsprechendem Ort erzählst. Es macht Lust, auch selber mal das Land zu erkunden.
    Ich hoffe, Dein Alpaka-Pulli hält Dich zukünftig schön warm. Machst Du mal ein Selfie ? Ich würde ihn gern mal sehen. :-))
    Ich wünsche Dir weiterhin vile Vergnügen und einen guten Start bei Deinem Projekt.
    GLG Ate

  • #3

    oma (Freitag, 01 September 2017 23:23)

    Liebe Emily, der herbst ist da, in diesen Jahr dank des Regens hab ich schon pilze gefunden und eine köstliche Mahlzeit bereiten können. In der nächsten zeit sind aber wieder die Steine dran. bei zeiten werde ich dir berichten. wenn du dich in andahuaylas eingewöhnt hast und weißt wie der Hase läuft höeren wir sicher von dir, schon ganz gespannt sind wir alle. Hans und josef und Familien lassen dich grüßen, ich mu immer mal wieder berichten.
    In gedanken oft bei dir wünsch ich dir eine gute interessante woche, drück dich, Oma.