Andere Freiwillige und dasselbe Seminar nochmal...

Am Donnerstag um 9 Uhr stand für mich wieder ein Treffen mit der Organisation an. Das Programm am Donnerstag und Freitag war wirklich exakt das Gleiche wie am Montag, und ich frage mich echt, warum ich am Montag kommen musste... Das war einfach überflüssig und blöd geplant. Diesmal waren wenigstens auch die anderen fünf Freiwilligen aus Deutschland da, sodass ich nicht komplett hilflos und auf mich alleine gestellt war. In deren Gegenwart habe ich mich sogar direkt viel besser gefühlt, weil ich von uns allen noch am meisten verstanden habe und am besten reden konnte ;P Tatsächlich merke ich auch, dass ich mit jedem tag sichrer im Sprechen wurde und mehr verstehe. Das lag aber auch daran, dass Ana, die Koordinatoren, in Anwesenheit der anderen vieeel langsamer und deutlicher als am Montag gesprochen hat - zum Glück! Alles war auch direkt viel formeller; die Mitarbeiter trugen Westen mit deren Logo, der Präsident hat eine Rede geschwungen, die auf Englisch übersetzt wurde und wir haben Mappen mit Informationsmaterialien bekommen. Generell scheint mir diese Organisation zwar etwas unkoordiniert, aber ich denke mal das ist irgendwie teil des peruanischen Lebensstils. Informationen werden nicht direkt weitergegeben und irgendwie hat keiner so genau eine Ahnung, was wann mit wem passiert. Nachdem es am Montag hieß, wir fahren am Dienstag, hieß es dann wir fahren Freitag und jetzt fahren wir erst Samstag. Die anderen werden in Abancay arbeiten, einer Stadt drei Stunden von andahuaylas entfernt, wo ich glaube ich die einzige sein werde. Mit Elwin, einem ultra verrückten Mitarbeiter dessen Arbeit mir ein Rätsel ist, fahren wir also am Samstag um fünf nach Abancay, kommen Sonntagmorgen dort an und liefern die anderen ab. Am Montag nach dem Mittagessen fahre ich dann mit ihm weiter nach Andahuaylas und am Dienstag fange ich an zu arbeiten. Das wird spaßig, nicht mal einen Tag zum Akklimatisieren zu haben... Immerhin liegt das Örtchen auf knappen 3.000 Meter Höhe. Aber gut...

ZU dem eigentlichen Ablauf gibt es soviel zu sagen, dass wir genau das Gleiche wie am Montag gemacht haben und ich mir den ganzen Quatsch zum zweiten Mal anhören musste. Teil des Programms waren viele Spielchen, Vertrauensübungen, Präsentationen über Peru, die Einrichtungen, die Entwicklung der Kinder in verschiedenen Altersstufen, Viele Mal- und Bastelgeschichten, Projektplanung und Vorbereitung auf die Arbeit und so ein Zeug. Alles wurde feinsäuberlich gefilmt und sofort auf Facebook geteilt (wer sich für die ulkigen Spielchen und eigens angefertigten Kunstwerke von uns interessiert kann also gerne die Facebook-Seite von ONG Aprode Peru besuchen, da kann man literally live miterleben, was wir den ganzen Tag so veranstaltet haben). 

Generell ist aber zu sagen, dass die Mitarbeiter wirklich total lieb und nett sind und ich mich direkt viel besser als am Montag gefühlt habe. Ich muss auch echt sagen, dass ich mich schon echt auf die Arbeit freue und total gespannt bin was mich erwartet. Die anderen Freiwilligen sind auch super nett und es ist echt einmischen schade, dass sie drei Stunden von mir entfernt leben werden, aber auf der anderen Seite ist es gut für mein Spanisch. Die Armen sind etwas verloren gewesen, weil die alle echt wenig Spanisch verstehen und kaum einen Satz formulieren können, weshalb ich ihnen erstmal erklärt habe, wie sie an eine SIM-Karte kommen und wie das hier so alles läuft. Da habe ich echt saumäßiges Glück, dass ich bei Jens wohnen durfte die letzten zwei Wochen, weil denen wirklich nichts gezeigt oder erklärt wurde und sie Dienstag und Mittwoch etwas aufgeschmissen waren, als sie nicht wussten, dass Feiertag ist oder als nichts auf dem Programm stand.

Ich muss auch sagen, dass das Essen bei Jens, zumindest mal das Frühstück, um einiges nahrhafter und leckerer ist. Ohne Witz, ich dachte Peru wäre das Land der Kartoffeln und des Mais??? Stattdessen habe ich bisher ohne Ausnahme jeden Tag (auch bei den Jaspers zu Hause) Reis mit Linsen gegessen... und super viel zuckrige Getränke, weil die Peruaner irgendwie alles pappsüß mögen. Ich habe in den zwei Wochen hier glaube ich so viel Gemüse gegessen wie zu Hause an einem Tag und ich hab echt Lust mal auf Kartoffeln oder Mais, nicht immer Reis... Na gut, ich bin vom Thema abgekommen und schließlich leben wir hier ja auch nicht im Schlaraffenland. 

Zurück zum Tagesablauf: viele Spiele oder halt Programmpunkte sollten glaub dazu dienen, dass wir Spanisch sprechen und uns alle besser kennenlernen und uns Gedanken darüber machen, was wir mit den Kindern machen wollen, was es für uns bedeutet ein Freiwilliger zu sein und so weiter und so fort.

Ach ja, eine kleine Info am Rande: ich habe meinen Plan geändert und möchte doch nicht zwischen Peru und Toronto noch irgendwo anders hin sondern ich habe mich dazu entschieden, von hier aus direkt nach Toronto zu fliegen, sodass ich sechs Wochen nach den drei Monaten arbeiten habe, um mir dieses vielfältige und wunderschöne, riesige Land anzuschauen. Erstens ist es besser für den Geldbeutel, zweitens gibt es hier einfach so viel schönes zu sehen und drittens habe ich mich schon ein bisschen in das Land und die Leute verliebt... =D Ich möchte einfach genug Zeit haben, um mir alles anschauen zu können, wenn ich schon mal hier bin.

Genau, ich denke das wars erstmal, und ich melde mich wieder wenn ich Internet habe und in Andahuaylas angekommen bin.

Emily

P.S.: Danke an meine beiden Omas, dass ihr hier immer so fleißig lest und kommentiert. :) Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen, mir geht es gut und euch wenn ich nicht antworte, ich lese es immer wenn ihr mir schreibt. Es ist nur echt viel los hier und ich komme schon mit den Blogartikeln gar nicht mehr hinterher...

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Kommentare: 2
  • #1

    oma (Samstag, 02 September 2017 23:23)

    emily, du bist ein Schatz! Im tv hab ich gerade "die Zauberflöte" auf der bregenzer bühne gesehen, ein farbenprächtiges stück.
    dein bericht begeistert, wir brauchen uns wirklich keine sorgen zu machen!!! richte dich gut ein, es kommt alles in die richtige reihe. mit dem chaos wirst du auch zurecht kommen. hab nur geduld, nichts ist so schrecklich eilig.
    in den nächsten tagen werde ich mich nicht melden, bis dahin alle guten wünsche, sei lieb gedrückt von deiner oma-hille.

  • #2

    Julia (Montag, 04 September 2017 19:17)

    Hallo Emily, klingt ganz so, als könntest du gut kontrollverlust üben ;-) alles Liebe, Julia