Aniversario de San Jeronimo und endlich in Sondor

Am Samstag den 30. September war der 484. Jahrestag meiner kleinen Stadt San Jeronimo und es wurde, wie jedes Jahr, ein großes Fest gefeiert um die Gründung durch die Spanier zu feiern. Was für ein Glück, dass ich genau in diesem Zeitraum da bin! Obwohl der eigentliche Feiertag der Samstag war, wurde schon am Freitag groß gefeiert und "vorgeglüht". Da wir unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten, die Sonne schien und es ausnahmsweise mal richtig warm war, war es auch einfach perfekt für so eine Art der Veranstaltung. Nachdem wir also schnell mit den Kindern ihre Hausaufgaben zu Ende gebracht hatten, sind wir ins örtliche Stadion gegangen, wo schon Essensstände, Spielbuden und Hüpfburgen/-rutschen sowie eine riesige Bühne aufgebaut waren. Die Männer auf der Bühne bemühten sich sehr um ein unterhaltsames Programm, weshalb sie ununterbrochen in ihr mir eindeutig zu lautes Mikrofon plärrten, aber meinen Blick zog es viel mehr auf die Tänze, die von den Kindern in traditionellen Trachten aufgeführt wurden. Es fing bei den ganz kleinen an und endete mit den bereits Älteren, wobei nicht nur die Mädels tanzten, sondern auch mindestens genauso viele Jungs ihr Tanzbein schwungen. Performt wurden die verschiedensten Tänze in allerlei bunten Trachten mit sehr unterhaltsamer und stimmungsvoller peruanischer Musik. Ich glaube, dass von den Schulen aus dem Ort jeweils die einzelnen Stufen immer zusammen etwas aufgeführt haben. Es war einfach super schön anzusehen und verbreitete richtig gute Stimmung, ich wippte die ganze Zeit schon mit. Die Kinder vergnügten sich derweil damit Münzen zu werfen, Karussell zu fahren und Gummitiere aus einem Planschbecken zu angeln. Nachdem wir sie dann alle wieder eingesammelt hatte, konnten wir auch wieder aufbrechen um Mittag zu essen. Auf dem Rückweg grinste ich die ganze Zeit vor mich hin und hatte einen Moment absoluter Zufriedenheit und des Glücks. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich war einfach total ruhig und erfüllt von dem Moment, auch wenn er an sich alles andere als perfekt war. Die Kinder schrien und rannten in alle Himmelsrichtungen davon, aber ich war einfach nur total beseelt von der Musik und den Tänzen. 

Das Mittagessen gestaltete sich mal wieder sehr schwierig, da ich zwei Kinder habe, die einfach nie essen wollen, die Betreuer aber in dieser Woche beschlossen hatten, plötzlich militärische Ordnung im CEDIF einführen zu wollen. Die Kinder sollen also gezwungen werden aufzuessen und sich besser benehmen. Gegen ein bisschen ehr Ordnung hätte ich ja nichts einzuwenden, aber von den Methoden, wie die sie hier anwenden, halte ich nicht viel. Man merkt auch genau, dass es überhaupt nichts bringt, sie immer wieder anzuschreien und die beiden Kandidaten, die sich weigern zu essen, tausend mal daran zu erinnern. Jimmy ist so ein Junge, der glaube ich nicht blöd ist, sondern genau weiß, wie er das bekommt was er will. Wir ermahnen ihn ständig sich zu beeilen, doch anstatt auf uns zu hören wird er immer langsamer und hat am Ende der Zeit nicht einmal die Hälfte des Tellers gegessen. Er sitzt immer als letzter noch da, während die anderen schon lange zur Schule aufgebrochen sind. Generell ist er immer auf Antihaltung, was das Arbeiten mit ihm wirklich sehr anstrengend macht, weil er nie tut, was man ihm sagt oder um was man ihn bittet. Die Erziehungsmethoden, die jetzt Zucht und Ordnung in den Laden bringen sollen, bringen aber auch nicht wirklich was. Aber seit unserem Besuch in Kishuara in einem anderen CEDIF ist Juana ganz heiß darauf, Marionetten aus den Kindern zu machen und Ordnung einkehren zu lassen. Meiner Meinung nach wird es aber nicht klappen, da die Betreuer selbst die schlechtesten Vorbilder sind und man einfach nicht das nötige Durchhaltevermögen an den Tag legt. Aber gut, das soll mal nicht mein Problem sein... IN sieben Wochen sehen die mich nie wieder.

Jedenfalls gab es für die Kinder am Nachmittag keine Betreuung und Carmen und ich warteten ewig mit den anderen Lehrern, bis etwas passierte. Es wurden ein paar Zementsäcke, Erde und Steine nach oben zur Küche getragen und dann wieder gewartet, bis schließlich alle zu einer Besprechung zusammengetrommelt wurden. Dabei besprach man wer die Köchin, die die nächsten drei Wochen im Urlaub sein sollte, vertreten könne. Danach verbrachten Carmen und ich noch ein bisschen Zeit mit einigen der Lehrern im Stadion am Tischkicker. Man verabredete sich für acht Uhr zum Tanzen, wozu es jedoch nie kommen sollte... 

Wir erholten uns also kurz zu Hause und warteten auf den Anruf von Liz. Da es immer später wurde und wir von Juana nur die Erlaubnis hatten bis zehn Uhr draußen zu bleiben, entscheiden wir einfach schon mal loszugehen. Außer nach heißen Fett riechenden Essensständen und einem schlechten Entertainer hatte das Programm aber noch nicht viel zu bieten, und es hatte auch merklich abgekühlt. Zwar waren schon echt viele Menschen da, aber getanzt hat keiner. So ging die Stunde sehr schnell vorüber und wir gingen wieder zurück nach Hause, wo wir uns mit Juana verabredet hatten, da wir keinen Schlüssel hatten, um wieder reinzukommen. Aber wie sollte es auch anders sein, sie tauchte nicht auf und wir standen vor verschlossener Tür. Alleine, im Dunkeln, in Peru, nachts um zehn. Nachdem sie auch das zehnte Mal nicht an ihr Handy ging, rastete ich total aus. Es konnte doch nicht sein, dass wir uns immer an irgendwelche Vereinbarungen halten mussten und sie einfach machen konnte, was sie wollte! So funktioniert ein Zusammenleben nicht.  Entweder sie hätte es uns erlauben können, länger unterwegs zu sein, uns einen Schlüssel geben können oder pünktlich und wie verabredet vor der Tür erscheinen sollen. Diese Aktion brachte das Fass bei mir einfach zum Überlaufen und ich musste mich so sehr aufregen, weil es einfach nicht fassen konnte, wie man so asozial sein konnte! Wir hatten ihr doch nichts getan! Als sie auch nach einer halben Stunde warten noch nicht da war, entschieden wir uns wieder auf das Fest zurückzugehen um sie zu suchen. Was sollten wir auch anderes machen... Davor rief ich noch Liz an um zu fragen, was aus der Tanzerei wurde und wo sie alle seien, aber diese sagte mir nur, dass ihr Sohn krank sei und sie nicht gehen würde. Das hätte sie mir ja auch irgendwie mal mitteilen können finde ich. Aber es tat mir trotzdem leid, sie nachts um halb elf angerufen zu haben.

Im Stadion startete ich dann noch einen letzten verzweifelten Versuch Juana per Handy zu erreichen und sie nahm tatsächlich ab, sodass sie mir mitteilen konnte, wo sie sich befand. Als wir sie dann endlich fanden, war ich so außer mir, dass mir jegliches Spanisch vergangen war und ich es der deutlich ruhigeren Carmen überließ zu sprechen. Wir bekamen also einen Schlüssel und das überflüssige Angebot noch länger zu bleiben. Ich wollte aber einfach nur nach Hause und war froh, dass auch Carmen dieser Meinung war. 

Etwas enttäuscht war ich schon, da wir das Feuerwerk nicht mitbekommen hatten, doch als wir gerade in unserem Zimmer verschwunden waren, hörten wir, wie es losging und konnten das Spektakel doch noch bewundern. Auch fällt mir dazu ein, dass man hier die schönsten Sternenhimmel der Welt zu sehen bekommt, da es nicht viele sonderlich hellen Lichter gibt und bei einer wolkenlosen Nacht ganz viele Sterne zu erkennen sind, von denen ich jedes Mal aufs neue fasziniert bin. 

Da es mir aber aufgrund dieser bodenlosen Frechheit endgültig reichte, beschloss ich mir bis zum nächsten Morgen zu überlegen, ob ich mir das weiterhin antun wolle oder ob ich Percy fragen solle, ob ich die Familie wechseln könnte. 

Am Samstagmorgen beschloss ich dann, dass es mir reichte und ich schreib Percy, dass ich eine andere Familie wolle, da ich nicht länger bei Juana leben wolle. Es tat mir wirklich leid für Carmen, aber es war einfach genug. Basta.

Als ich dann hörte, dass auch Juana da war, ging ich zu ihr, um auch ihr von meiner Entscheidung mitzuteilen. Sie reagierte zuerst nicht wirklich überrascht, meinte nur, dass ich das gerne machen könne. Als ich dann sagte, dass ich es gestern Abend absolut nicht okay von ihr fand, rastete sie komplett aus und schrie mich an, beschimpfte mich und meinte, sie hätte keine Zeit für Leute wie mich, die nicht auf sie hören würden und die alles zu einem Problem machen würden. Sie dreht alles so hin, als wäre ich das Problem oder würde an allem meckern, bzw. schob die ganze Schuld auf mich. Ich fragte sie warum sie überhaupt Freiwillige aufnehme, wenn sie weder Zeit noch Lust auf sie hatte und sagte ihr, dass sie mir das Gefühl gab, dass sie mich nicht haben wolle. Sie wurde immer wütender und eskalierte total, bis ich einfach nur noch heulend in mein Zimmer rannte, womit ich dann Carmen weckte. Von draußen hörte ich, wie sie der Köchin vom CEDIF irgendwelche Lügen über mich erzählte und ich hätte sie am liebsten zurück angeschrien. Carmen kam total erschrocken zu mir und nachdem ich mich dann wieder beruhigt hatte, konnte ich ihr erklären was passiert war. Dann kam auch schon Juana ins Zimmer gestiefelt und fragte Carmen nach der Nummer von Edwin, würdigte mich dabei allerdings eines Blickes und redete auch nicht mit mir. Stattdessen fragte sie Carmen, ob sie bleiben wolle oder auch wechseln wolle und meinte, es gäbe in ganz Andahuaylas keine andere Gastfamilien sondern lediglich Zimmer, die vermietet wurden. Mir ist ehrlich ganz egal was ich bekomme, Hauptsache was anderes und ein Bett und eine Dusche. Mehr brauche ich gar nicht. 

Nachdem Carmen dann meinte, sie würde hierbleiben, fing Juana aufs Neue an, eine große Rede zu schwingen und meinte die ganze Zeit, sie würde mein Problem nicht verstehen. Ich versuchte ihr klarzumachen, dass die Aktion am vorherigen Abend einfach nicht in Ordnung war, aber sie meinte nur, sie hätte ihr Telefon wegen des Lärms nicht gehört und ich solle mich nicht so anstellen. Sie hätten erst um zehn vor zehn das Haus verlassen und wären ja auch um elf wieder zurück. Meinen Einwurf, dass wir um zehn verabredet waren und es doch klar war, dass sie ihr Handy nicht hören würde, beachtete sie gar nicht.Es war einfach der Gipfel. 

AUs heiterem Himmel fing sie dann wieder an vom Essen zu sprechen und dass sie Küche doch immer offen sei, bla bla bla. Da dachte ich dann wirklich, ich werd nicht mehr. Ich hatte noch nie an dem Essen gemeckert noch irgendein anderes Problem diesbezüglich gehabt und vor Allem waren wir gerade thematisch bei etwas ganz anderem. Sie wurde aber nicht müde uns zu erklären, dass sie nicht für unser Essen zuständig sei und wir uns auch was kochen könnten. Als Carmen dann irgendwas von Vegetarier sein in den Raum warf, meinte Juana es wäre alles mit Fleisch und ich würde noch verhungern. Ganz ehrlich verstand ich ihr Problem nicht und hatte auch keine Lust, über solch Belangloses zu quatschen (Mal ganz abgesehen davon, dass man hier wirklich glaubt, ohne Fleisch würde man entweder verhungern oder aufgrund eines Mangels sterben. Dabei macht Fleisch bei den Mittagsmahlzeiten im CEDIF meistens nur einen minimalen Teil aus, der größte Teil sind Bohnen, Reis und Kartoffeln. Und nur weil ich dass kleine Häufchen Fleisch weglasse verhungere ich noch lange nicht, aber gut.) Nachdem ich dann nur noch geheult habe und sie weder mich verstehen wollte, noch ich ihre Argumentation nachvollziehen konnte, lies sie mich endlich in Ruhe und verlies das Haus, um auf den Platz zum Fest zu gehen. 

Wir brunchten derweil in Ruhe und tischten das geilste Frühstück seit langem auf, wuschen unsere Wäsche (per Hand...) und machten uns dann auch auf dem Weg aufs Fest. Da war Juana allerdings schon wieder zurück und meinte, es wäre schon zu Ende. Wir gingen trotzdem los, es war wieder super heiß und sonnig, womit ich hier gar nicht mehr gerechnet hätte. Auf dem Plaza angekommen war die Prozession noch lange nicht zu Ende und wir konnten sie uns noch eine ganze Weile anschauen. So wie ich das verstanden habe, ist da irgendwie jede Schule, Universität und Einrichtung des Ortes langmarschiert (ja marschiert, nicht gelaufen) und wurde von einem Herren auf der Bühne vorgestellt. Zum Schluss kam dann noch die Polizei, Soldaten und die Kapelle, die ohne Unterlass ohrenbetäubend laut Marschmusik spielte. Um halb zwei war dieses Spektakel dann zu Ende und wir holten uns zu Hause einen Schlüssel und ein Mittagessen ab. Danach machten wir uns auf nach Andahuaylas um unsre Busticktes nach Cuzco zu kaufen und einige Erledigungen zu machen. Endlich fand ich auch Lucuma, eine Frucht, die ich schon ewig mal probieren wollte. Leider hatte ich meinen Pass zum ersten Mal nicht dabei, sodass wir mein Ticket zwar reservieren konnten, aber ich nochmal wiederkommen musste, um es zu kaufen. 

Zurück in San Jeronimo schauten wir dann nochmal auf dem Platz vorbei, aber noch war keine richtige Party im Gange. Es waren zwar viele Menschen da, aber außer einer Band gab es nicht viel zu sehen und auch getanzt wurde nicht. Also kehrten wir wieder zurück und verbrachten den Abend ruhig. Liz meinte zwar, wir würden statt Freitag dann an dem Samstag was machen, aber auch daraus wurde nichts und wir hatten beide irgendwie keine Lust mehr, abends noch tanzen zu gehen. Also schliefen wir relativ früh und verzichteten darauf, mit den Peruanern in die Nacht zu tanzen. Die Musik lief gefühlt das ganze Wochenende durch, denn immer wenn ich aufwachte war sie immer noch zu hören. 

Am Freitag hatte ich sogar noch eine Verabredung zu der er es nie kam. Ein 16-jähriges schwangeres Mädchen aus dem CEDIF hatte mir am Donnerstag gemeint, ihr Freund komme und sie wolle mich anrufen, um mit mir spazieren zu gehen. Sie schreib mir zwar den ganzen Tag munter Nachrichten, doch zu dem Spaziergang kam es nie. 

Am Sonntag standen wir etwas früher auf als am Samstag, aber wir hatten immerhin auch viel vor: endlich sollte es nach Sondor gehen, der Inka Stätte hier in der Nähe, zu der ich schon seit drei Wochen wollte. Zuvor holten wir uns noch ein paar Snacks für unterwegs, versuchten vergeblich Dollar in Soles umzutauschen, holten mein Busticket ab und suchten Ewigkeiten einen Bus nach Sondor. Da sonntags der eigentlich schon tägliche Markt noch viel größer ist, war gefühlt komplett Andahuaylas von Ständen überfüllt, es tummelten sich viel zu viele Menschen dort und es war wieder unersäglich heiß. Da uns niemand genau sagen konnte, von wo die Busse abfuhren, mussten wir uns durchfragen, doch wird man leider aufgrund unseres doch sehr auffälligen Aussehens ständig versucht über den Tisch zu ziehen. Ein Taxifahrer wollte uns für 100 Soles hin und zurückfahren, doch da lehnten wir dankend ab. Was für ein unverschämt hoher Preis. Also suchten wir weiter, kämpften uns durch die Stände an lebendigen Tieren vorbei, fragten jeden ersichtlichen Polizisten und landeten schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit an den richtigen Gefährten. Der Kombi sah zwar alles andere als vertrauenswürdig aus und ich bezweifelte, dass wir wirklich in zehn Minuten losfahren würden, aber es klappte dann doch mehr oder weniger. Das Auto fiel nicht auseinander, nur die Abfahrt verzögerte sich etwas. Auch die Fahrt an sich dauerte länger als erwartet, weil ständig Leute aus und einstiegen, aber irgendwann kamen wir dann tatsächlich in Sondor an, und das für 5 Soles. Das nennt man doch mal einen Unterschied. Es war wie gesagt echt heiß und auch auf der Fahrt wurde es nicht besser, ich bekam mal wieder einen Migräneanfall und fühlte mich plötzlich gar nicht mehr fit. Nachdem sich das aber wieder gelegt hatte, wurden wir mit dem Blick auf die Ruine belohnt. Also wir ausstiegen, sahen wir ein paar Alpakas oder Lamas, keine Ahnung was es war, um ein paar Steinreste stehen und waren komplett aus dem Häuschen. So nah hatte ich diese Diese noch nie gesehen und es war echt cool wie sie da einfach grasten. Kurzzeitig meinte dann meine Hand noch komische Sachen machen zu müssen und wurde total taub und kribbelig. Es fing bei dem Dauen an und ging von Finger zu Finger, bis in die Handfläche. Aber es verschwand auch genauso schnell wieder wie es gekommen war. Komische Sache auf jeden Fall...

Für 2 Soles Eintritt und einer Eintragung im Gästebuch begannen wir dann unseren Aufstieg auf den Berg, der wie eine Stufenpyramide angelegt ist. Leider kann ich zu der Geschichte nicht viel berichten, da es keine Informationsschilder gäbe, aber ich fand es gut, dass weder viel los war, noch irgendwelche künstlichen Dinge in diese wunderschöne Landschaft gebaut wurden. Wir begutachteten also in aller Ruhe die Ruine, machten zahlreiche Fotos und genossen oben angekommen die atemberaubende Aussicht. Wir setzten uns einfach an den Rand des Weges und überblickten das vor uns liegende Tal und die Berge, die so endlos und riesig wirkten. Einfach beeindruckend. Die Temperaturen in dieser Höhe waren auch viel erträglicher als die in Andahuaylas, die Sonne schien, wir hatten blauen Himmel, aber es wehte ein angenehmer Wind und die Temperatur war warm, aber nicht erschlagend. So ließ sich der Aufstieg trotz ordentlichen Schnaufens überstehen. Nach einer Pause erklommen wir dann noch den Felsen in der Mitte der obersten Treppe. 

Irgendwann beschlossen wir uns dann wieder auf den Rückweg zu machen, allerdings gab es weder ein Taxi noch einen Bus, der in Sondor wartete. Also liefen wir den Berg hinunter, weil man uns sagte, dass da mehr Autos fahren würden. Fehlanzeige. Wir liefen und liefen 1 1/2 Stunden lang in brütender Hitze einen staubigen Weg entlang und hofften, einem Auto in unsere Richtung zu begegnen. Doch uns kamen, wenn überhaupt, nur Fahrzeuge entgegen und wir begegneten in dieser Abgeschiedenheit weder Menschen noch Autos. Die Einziegen Augen, die uns immer wieder anstarren, waren die von den Schweinen und Kühen am Straßenrand. Irgendwann dachte ich wirklich, es würde nichts mehr kommen, die Sonne ging langsam unter und unsere Füße taten uns weh. Der nächste Ort Pacucha war aber noch ewig entfernt, wir mussten einmal um den ganzen See laufen. Als uns mal wieder ein Kombi entgegenkam hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass er anhalten würde, doch glücklicherweise war es der Busfahrer, mit dem wir schon hergekommen waren. Dieser war so unglaublich lieb, dass er anhielt und fragte, ob wir nach Andahuaylas wollen. Überglücklich und erleichtert stiegen wir ein, auch wenn er erstmal in die falsche Richtung unterwegs war. Wir fuhren dann einmal um den kompletten See rum, dritten Runden in Pacucha bis der Bus voll war und kehrten schlussendlich nach einer etwas längeren Fahrt wieder nach Hause zurück. 

Für mich war es ein unglaublich schöner Tag und die Ruhe dort oben, das Wetter und die Aussicht hatten mich richtig glücklich gemacht. Im Bus war ich wieder ausnahmslos glücklich und zufrieden, auch wenn es staubig und dreckig war, ich Durst hatte und von der Sonnencreme klebte. Es war einfach ein genialer Ausflug und es tat gut, meine Gastfamilie fast das ganze Wochenende fast nicht gesehen zu haben.

Der Ausflug hatte sich also mehr als gelohnt und auch wenn es anstrengend war, war es ein absolut einmaliges Erlebnis!

Emily 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ate (Mittwoch, 04 Oktober 2017 15:39)

    Hey Emily, das muss ein richtig schönes Wochenende gewesen sein. Ich hoffe, dass Du solche schönen Erlebnisse noch ganz oft erleben wirst. Aber es scheint auch so, dass man immer mit unvorhergesehenem rechnen muss. Ich wünsche Dir weiterhin viele schöne Tage. Pass auf Dich auf. GlG Ate

  • #2

    Jasmin (Mittwoch, 11 Oktober 2017 16:43)

    Ahh wie sehr freut es mich das zu lesen! vorallem, dass dir der ausflug so gut getan hat und vorallem, dass du trotz bköder gastfamilie und so so gute momente haben kannst und dich nicht die ganze zeit damit verrückt machst!����