Wenig Arbeit, große Erlebnisse

Die neue Woche begann ich mit den Gedanken: „Nur noch drei Wochen! YEAH!!!“ und „Mittwoch ist wieder Feiertag!“. Vielleicht kann man hieran schon meine nicht vorhandene Motivation erkennen was das Arbeitengehen und weitere Verweilen in Andahuaylas angeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Carmen schon total genervt ist von meinen ständigen Gedankenblitzen, in denen ich ihr freudestrahlend eröffne, wie wenig Tage ich nur noch rumkriegen muss. Aber ich freue mich einfach so sehr auf den Tag, an dem ich endlich aus dieser blöden Familie gehen darf und nie wiederkommen muss. Im Moment ist es zwar wirklich ganz erträglich, aber da auch die Arbeit nicht wirklich Spaß macht, hält mich nicht mehr wirklich viel an diesem Ort… Ich hatte mir das echt anders vorgestellt und so sehr auf eine nette Gastfamilie gehofft, in der ich mich richtig wohl fühle, aber das war mir leider nicht vergönnt. 

Wie oben bereits erwähnt, mussten wir eben nur am Montag und Dienstag arbeiten, bis am Mittwoch schon Wiede Feiertag war. Am Montag erfuhren wir zudem, dass noch eine weitere Freiwillige aus Deutschland nach Andahuaylas kommen würde. Wir konnten es beide nicht fassen und waren total sprachlos. Wo solle die denn noch unterkommen? Und was für eine Arbeit solle sie noch machen. Man sagte uns, sie würde nur 4 Wochen bleiben, aber trotzdem waren wir geschockt und hatten nicht sonderlich große Lust auf jemand Neuen. Auf unser Nachfragen hin wo sie leben würde, bekamen wir natürlich keine wirklich befriedigende Antwort. Es hieß nur: „woanders“. Ich machte Edwin aber auch deutlich klar, dass bei uns nicht noch jemand Platz habe und auch Juana nicht noch jemanden akzeptieren würde. Aber anscheinend konnte ja eine andere Gastfamilie in San Jeronimo aufgetrieben werden, weshalb wir natürlich direkt fragten, ob wir auch umziehen dürfen. Daraufhin bekamen wir gar keine Antwort mehr… So viel dazu. Diese verblödete Organisation macht einfach nicht ihren Job, steckt sich aber ordentlich Geld ein… Carmen und ich mussten also erstmal die Neuigkeit verdauen und uns in Geduld üben. Wo wir bei Verdauung wären… Meine spinnt nämlich seit Sonntag. Grippe los, dafür schon wieder Durchfall, Magenschmerzen und Übelkeit. So ein Mist. Juana erzählte ich davon nichts, die war froh, dass ich wieder gesund war und meinte nur, ich wäre ja schneller als Carmen wieder fit geworden. 

Am Mittwoch war, wie in Deutschland auch, Feiertag in Peru; genauer gesagt der „Día de los Vivos“ (also der Tag der Lebenden). Auch wenn das Wetter nicht optimal war, entschieden wir uns dazu nach Pacucha zu fahren und dort einen entspannten Tag zu verbringen. Wir steckten uns Bücher, Kopfhörer und Snacks ein und machten uns auf den Weg. Es war wirklich nicht ganz so schön, da es auch ziemlich windig und kalt war. Aber wir entschieden uns trotzdem zu einer halbstündigen Bootsfahrt und ließen uns ein wenig in einer Nussschale über den See kutschieren. Wir legten uns ein bisschen in die Wiese und unterhielten uns, bis ich, haltet euch fest, ein vierblättriges Kleeblatt fand!!! Einfach so! Ich lag auf der Wiese und sah etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Ich rechnete nicht wirklich mit so einem Glücksfund, aber tatsächlich war es ein Kleeblatt mit vier Blättern. Ich konnte es nicht fassen, dass ich einfach so ins Gras gegriffen hatte und eines gefunden hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben. Und dafür musste ich extra nach Peru reisen. 

Meine Mutter stellte die Vermutung an, ich hätte mir trotz Impfung vielleicht Hepatitis A eingefangen, was bei all dem Streetfood hier auch gut sein könnte. Ich bin ja ein absoluter Gegner des Trends seine Krankheiten zu googeln, aber da ich keine Ahnung von Hepatitis A hatte, wagte ich trotzdem einen Blick ins Online-Lexikon. Und tatsächlich trafen alle Symptome zu. Da ich aber nicht noch einmal hier zum Arzt gehen werde (denen traue ich nicht mehr über den Weg), werde ich es also niemals herausfinden was es war. Anscheinend kann man es eh nur einmal bekommen und ist danach immun dagegen. Also halb so wild der ganze Spaß. 

Jedenfalls haben wir dann irgendwann noch Mittag gegessen und uns danach in den Windschatten gesetzt, wo jede ihren Gedanken nachgehangen ist. Irgendwann wurden es immer weniger Menschen um uns herum undicht befürchtete, mal wieder Schwierigkeiten mit dem Nachhauseweg zu bekommen. Das merkte ich auch an und meinte zu Carmen, dass ich schon seit Ewigkeiten keinen Bus mehr gesehen hätte. Außerdem sah es nach Regen aus und wurde sehr kalt. Doch Carmen interessierte das alles nicht die Bohne und antwortete nur, sie würde gerne noch bleiben. Damit hatte sich die Sache für sie auch erledigt. Als der Guten dann kalt wurde, wollte sie dann doch plötzlich gehen. Natürlich war weit und breit kein Auto zu sehen und wir stiefelten wieder in eine Richtung los (die wohlgemerkt Carmen vorgeschlagen hatte und meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn machte). Nach Ewigkeiten kamen zwar zwei Busse sogar in die richtige Richtung angedüst, doch die waren beide schon voll besetzt. Carmen wollte daraufhin wieder umdrehen und wieder zurück ans Ufer laufen. Da kam natürlich auch nichts, aber irgendwann stellte ich mich dann an eine Ecke und konnte nach einigen Minuten glücklicherweise einen Taxifahrer anhalten, der uns mitnahm. 

Am Donnerstag hieß es eigentlich, sei vormittags trotz Feiertag (diesmal der „Dîa de los Muertos“, der Toten) ganz normal Betreuung, doch als wir pünktlich um 8 aufschlugen, waren bis auf die eine Köchin und noch eine Mitarbeiterin niemand anderes da. Es gab nichtmal Frühstück und Kinder kamen auch keine. Als irgendwann auch Señor Reneé und Juana eintrudelten fragten wir, ob es irgendeine Arbeit für uns gäbe, doch wir wurden einfach wieder entlassen und konnten nach Hause gehen. Damit hatte sich das auch schon erledigt. Da an diesem Tag irgendein Autorennen stattfinden sollte, war ganz Andahuaylas in heller Aufruhr. So wie ich informiert wurde war dies ein fünftägiges Rennen von Ayacucho bis Cuzco, das an diesem Tag durch Andahuaylas führte. Deshalb wollten natürlich alle die Autos anschauen und unsere Gastfamilie nahm uns sogar mit. Zwar etwas spontan, sodass keine Zeit für nichts blieb und ich mich unter anderem auch nicht mehr eincremen konnte. Die Sonne schien aber ordentlich, weshalb ich am Abend richtig schön rot war und mein Gesicht mir richtig weh tat. Wenigstens fragten sie uns, ob wir mitwollten. Auf der Ladefläche ging es dann einen sehr holprigen Berg hoch bis nach Pacucha, wo schon hunderte andere Leute mit Essen, Trinken, Ständen, Kind und Kegel angekommen waren und sich ein Lager bauten. Nach Ewigkeiten des Diskutieren und Suchens einigte man sich dann auch auf ein Plätzchen, das eher bescheiden lag, aber was hab Ich schon zu melden. Zuerst wurden Inka Kola, Kartoffeln, Käse und Chicharron ausgepackt und etwas gesnackt. Dann wurde gebannt auf das mitgebrachte laut dröhnende Radio gelauscht und verfolgt, wo sich die Rennfahrer gerade befanden. Irgendwann kam der erste um die Ecke gefahren, aller waren begeistert. Nach und nach trudelten immer mehr ein, immer mit einigen Minuten Abstand. Zum Glück warteten wir nicht auf alle Fahrer, sondern brachen nach den ersten zehn wieder auf. 

Erwähnenswert ist, dass mich Juana an diesem Tag zum ersten Mal verteidigt hat. Sonst ist mein Verzicht auf Fleisch immer Schuld an meinen Krankheiten, doch heute meinte sie zu ihren Bekannte, dass ich mich viel schneller erholt hätte und Carmen immer noch krank sei…

Zuhause wurde schon wieder gegessen (!) und Carmen und ich brachen in die Stadt auf, um Geld zu holen und bei der Post nach Carmens Paket zu fragen. Tatsächlich war ihres bereits dort und konnte direkt von ihr mitgenommen werden. Ich freute mich für sie, da sie nun gut mit Süßigkeiten versorgt war und liebevolle Briefe und Bilder bekommen hatte. Aber ich war auch ein wenig traurig, da mein Päckchen nie angekommen ist und es jetzt irgendwie aus Lima gerettet werden muss… Unsere Gastfamilie war natürlich auch wie immer außer Haus, doch wir hatten das Türchen offen gelassen, so dass wir wieder ins Haus kamen. 

Während dem Spektakel in Pacucha erhielt ich mehrere Anrufe von den verschiedensten Personen, unter anderem auch Gabriele, der neuen Freiwilligen. Wie sich herausstellte, war sie ganz allein in den Bus gesetzt worden und am Vormittag in Andahuaylas angekommen. Ihr hatte man gesagt, ich würde sie abholen, doch ich wusste davon überhaupt nichts. Ich konnte sie auch nicht mehr erreichen. Irgendwann rief mich Señor Reneé an und fragte, ob ich sie holen kommen könne. Ich verstand ihn nur ganz schlecht, aber über WhatsApp konnte ich ihm dann deutlich machen, dass ich nicht kommen könne. Aber anscheinend hatte er sie schon zu ihrer Unterkunft gebracht und ich war damit aus dem Schneider. War mir aber ehrlich gesagt auch herzlich egal, was konnte ich machen, wenn mir niemand Bescheid gab. Jedenfalls hörten wir den ganzen Tag nichts mehr von ihr und auch Reneés Versprechungen, wir konnten auch zu der Familie ziehen verliefen bisher im Sand. Mittlerweile ist es mir aber auch Wurst, jetzt brauche ich auch nicht mehr die Familie zu wechseln. Für Carmen ist es jetzt halt eine schwierige Entscheidung, aber für mich macht es keinen Sinn mehr. 

Am Freitag trafen wir morgens dann zum ersten Mal auf Gabriele. Ich hätte nie damit gerechnet auf eine 57-jährige Frau zu treffen, die kein Wort Spanisch spricht und weder Reis noch Weizen isst… Ich weiß immer noch nicht genau, was ich von ihr halten soll. Sie ist sehr speziell und kompliziert, will den Kindern anstatt Englisch Deutsch beibringen und ist unglaublich nervig. Zum Glück muss ich nur zwei Wochen mit ihr verbringen. Da seit Dienstag die zweite Köchin wieder aus dem Urlaub zurück ist, war Liz mal wieder ab und zu anwesend und wir teilweise vier Betreuerinnen für vier Kinder. Fragt. Mich. Nicht. Warum. 

Carmen und ich hatten für das Wochenende einen Ausflug nach Pampachiri geplant, weshalb wir schon um 1 Uhr mittags am Freitag aus Andahuaylas mit dem Bus abfahren wollte. Gabriele mussten wir natürlich anbieten mitkommen zu können, ich hätte aber nie gedacht, dass sie direkt zusagt und sich an uns dranhängen würde. Doch genau so war es und so waren wir plötzlich zu dritt. Nach einem vorgezogenen Mittagessen stiefelten wir also direkt los, um sie wieder zu treffen, da sie im Gegensatz zu uns natürlich keine Sachen für das Wochenende dabei hatte. 

Die Geschichte mit dem Bus klappte so einwandfrei wie noch nie. Er füllte sich schneller als gedacht und wir kamen sogar schon 5 Minuten vor 1 los. Nach kurzer Zeit schon verließen wir die befestigte Straße und sollten sie auch so schnell nicht wieder sehen. Ich rechnete eigentlich mit einer etwas größeren Stadt, doch der Name Pampachiri sagt eigentlich schon alles über dieses Dörfchen aus. Nach knappen 3 1/2 Stunden Fahrt waren wir die letzten Verbliebenen im Bus, der Rest war irgendwo nach und nach mitten im Nirgendwo ausgestiegen. Empfangen wurden wir mit Regen und so suchten wir als Erstes eine Bleibe für die Nacht. Nachdem wir in der ersten ewig auf eine verantwortliche Person über 10 Jahren gewartet haben und es uns eindeutig zu teuer gewesen wäre, machten sich Gabriele und Carmen auf die Suche nach etwas billigerem. Tatsächlich wurden sie fündig und wir bekamen ein Dreibettzimmer (es war richtig schön warm da drin!), theoretisch heiße Duschen, aber kein WLAN. Aber gut, man kann ja nicht alles haben. Also schlugen wir zu und machten uns dann auf die Suche nach einem warmen Abendessen. Mir stand der Sinn eigentlich nicht nach Nahrungsaufnahme, unter Anderem weil ich immer noch Probleme mit meinem Verdauungstrakt hatte. Trotzdem servierte man mir bei dem Chinesen Arroz Chaufa mit Gemüse, das mir ordentlich auf den Magen schlug. Mir war kotzübel und ich wollte mich am liebsten gar nicht mehr bewegen. Die nächsten zwei Tage hatte ich auch ordentlich zu kämpfen und konnte so gut wie nichts zu mir nehmen. Ich war die Scheißerei ja schon von den letzten Tagen gewohnt, aber es wollte einfach nicht besser werden. 

Für den Samstag hatten wir uns aber schon einen Mototaxifahrer organisiert, der uns zum Basque de Piedras, den Casas de los Pitufos und den heißen Quellen bringen sollte. Der wollte schon sehr früh los und so brachen wir um (schon wieder pünktlich) 8 Uhr in Richtung Pampa auf. Diese Gefährte sind nicht gerade die komfortabelsten und so wurden wir ordentlich durchgeschüttelt, es war ziemlich laut und wir hatten nicht den besten Blick nach draußen. Nichtsdestotrotz war die Landschaft, durch die wir fuhren, absolut atemberaubend und einmalig schön. Wir waren alle drei beeindruckt und hin und weg vom Anblick. Überall lagen Steine rum, ragten spitze Felsformationen in den Himmel und die Sonne schien zu unserer großen Freude auch (nur um mein Gesicht machte ich mir etwas Sorgen, da der Sonnenbrand schicke Bläschen auf meiner Nase hinterlassen hatte und mein Gesicht immer noch krebsrot war). Aber von all dem ließ ich mich nicht aufhalten. Angekommen am Basque de Pietas blieb uns förmlich die Spucke weg. Es war wunderschön und da Gabriele als Geologin arbeitet, konnte sie uns auch etwas über die Entstehung der Landschaft erzählen. Dazu die Ruhe, da wir weit und breit die einzigen Menschen waren - einfach perfekt. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei, doch unser werter Fahrer hatte es ziemlich eilig. Nicht weit entfernt hielten wir dann bei den „Schlumpfhäusern“, in denen tatsächlich Mensch leben. Mitten in dieser Einöde, neben bildhübschen Steppenpferden, Lamas und Schweinen. Hier nutzten wir die Zeit ein bisschen, um die Natur zu erkunden und betrachteten die surreal wirkenden Felsformationen. Im Anschluss wollte unser Fahrer direkt weiter zu den heißen Quellen, doch uns wurde von mehreren Leuten schon erzählt, dass man da besser nicht am Tag sondern erst am Abend hingehen sollte. Also kehrten wir nach Pampachiri zurück und verabredeten uns auf 17 Uhr nochmal. In der Zwischenzeit aßen die anderen beiden Mittag (ich konnte immer noch gar nichts essen), wir entspannten ein wenig im Zimmer und pflegen unsere sozialen Kontakte, so gut es bei dem miserablen Netz ging. 

Pünktlich ging es dann los zu den Thermalquellen und wir waren alle richtig heiß auf ein warmes Bad. Meiner Meinung nach war es sehr schade, dass das Wasser nicht naturbelassen wurde, sondern man in Schwimmbecken schwamm, doch die absolut perfekte Wassertemperatur machte das tausendmal wieder wett. Es tat so gut ein warmes Bad zu nehmen nach den etlichen kalten Duschen zu Hause. Wir wollten gar nicht mehr raus aus dem Wasser, doch unser Chauffeur hatte es mal wieder eilig und uns blieb nur eine halbe Stunde in diesem hammelähnlichen Gewässer. Ein bisschen schwefelig rochen wir danach schon, doch Carmen und ich wollte gar nicht mehr dieses wohlige Gefühl loswerden und es mit einer Dusche versauen. So ansprechend war die nämlich auch nicht. 

An dem Tag war zudem noch Liz’ Geburtstag, weshalb sie am Freitag meinte, sie würde mit ihren Freunden auch kommen um sich zu baden. Am Samstag wollte sie mir Bescheid sagen. Tat sie natürlich nicht und so hakte ich nach. All die netten Pläne waren natürlich wieder nicht wirklich handfest und so wunderte es mich nicht wirklich, als sie mir offenbarte, dass sie doch nicht kommen würde. Auch okay. Nur konnten wir uns so leider nicht die Fahrtkosten sparen. Denn hinzukommt, dass die Busse aus Pampachiri nur zu äußerst ungünstigen Uhrzeiten nach Andahuaylas abfahren. Entweder um 3 Uhr morgens, 5 Uhr morgens oder erst wieder um 17 Uhr. Den wollten wir ursprünglich nehmen, doch wussten wir nach dem Tag nicht mehr wirklich was wir noch einen ganzen Tag in diesem Kaff anstellen sollten und außerdem wären wir dann erst sehr spät angekommen. 

So klingelte am Sonntag früh unser Wecker bereits um 4 Uhr und wir warteten in der Kälte auf das eintreffen unseres Busses. Bereits am Vorabend hatten wir unsere Reise bezahlt, doch darauf würde ich mich nicht immer verlassen. Glücklicherweise bekamen wir aber unsere uns zustehenden Plätze im Bus, es gab sogar Kopflehnen, etwas mehr Beinfreiheit als auf dem Hinweg wo es praktisch keine gab und Decken. Der Bus füllte sich zu unserer Erleichterung auch ohne Schwierigkeiten und wir konnten beinahe pünktlich starten, nachdem wir bis um 4:50 Uhr gewartet hatten und Carmen sichtlich Angst hatte, er würde nicht kommen. 

Die Rückfahrt Gin um einiges schneller als die Hinfahrt und nach 2 1/2 Stunden waren wir schon wieder in Andahuaylas. Keine Ahnung wie der Fahrer das angestellt hat, denn er ist teilweise echt geschlichen. Aber die meisten Zeit haben wir eh schlafend verbracht, während die ganzen Peruaner sich schon munter unterhielten. Da wir nicht damit gerechnet hatten so früh zu Hause anzukommen, erledigten wir noch unseren Obsteinkauf auf dem Markt und fuhren dann wieder zurück. Unsere Gastfamilie war gütigerweise zu Hause geblieben, sodass wir ins Haus kamen. Wir wuschen auch direkt unsere Wäsche, da es sonnig war, ich sprang unter die Dusche und danach wollten wir eigentlich in Ruhe was kochen. Doch aus in Ruhe wurde nichts. Eigentlich hatten wir das nur für uns geplant, doch Juana übernahm direkt das Ruder und schrieb uns vor, was wir machen würden. Carmen schickte sie wieder fünfmal zum Einkaufen, schmiss zehnmal ihren Plan um und dirigierte uns herum. Schlussendlich kam sie dann darauf, Gemüsereis mit Hühnchen, Kartoffeln und Brokkoli machen zu wollen. Als alles auf dem Herd stand verabschiedete sie sich und meinte, wenn es fertig sei würde sie uns anrufen und wir sollen einfach ohne sie essen. Okeeey… warum durften wir dann nicht kochen was wir wollten wenn sie eh nicht mitaßen? Naja egal, es war super lecker und Carmen und ich fanden es richtig gut. Auch wenn sie mittendrin in die Küche stürmte und meinte, wir hätten den Reis zu früh ausgemacht. Nach ihrer Intervention war er angebrannte, aber psssst. 

Meinem Magen ging es zwar etwas besser, aber schon beim Duschen hatte ich irgendwie Aussetzer im Gesichtsfeld, danach wurde beim Essen meine Hand wieder taub und schlussendlich wurde das Ganze noch von einem Migräneanfall gekrönt. Um kurz nach zwei quälten mich dann heftigste Kopfschmerzen, wie ich sie wirklich selten erlebt habe. Als säße ein Specht in meinem Kopf und würde ihn mit einem Hammer und nicht mit seinem Schnabel bearbeiten. Ich hielt die Schmerzen nicht mehr aus und legte mich schlafen, was aber nichts brachte. Also nahm ich eine Aspirin, was auch nicht half. Somit legte ich mich wieder hin und schlief praktisch bis 22 Uhr durch, als ich aufwachte und merkte, dass ich mich überhaupt nicht bettfertig gemacht hatte. Teilweise holte ich das dann noch nach, schlief aber ansonsten bis morgens durch, wo es mir dann zum Glück wieder gut ging. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich zu wenig gegessen und geschlafen hatte… aber ich weiß es nicht, ich war froh, dass es Montagmorgen wieder weg war. 

Emily 

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