It feels like home - back in Lima!

Am Montgmorgen wachte ich schon um 4 Uhr auf und konnte nicht mehr schlafen, weil ich so nervös war, dass ich den Flug verpassen könnte. Gegen 5 Uhr checkte ich meine Emails und - ich hatte es schon im Gefühl - tatsächlich hatte ich zwei Nachrichten von meiner Airline bekommen. Mein Flug wurde gecancelt und statt um 8:20 flog ich jetzt um 11:50 Uhr… Das frühe Aufwachen war also vergeblich, ich musste mein Taxi umbestellen, viele Stunden mit Warten überbrücken und Jens Bescheid geben, dass er mich später erwarten müsse. Und ich dachte nach dem Online Check-In am Tag zuvor könne nichts mehr schief gehen. Zum Glück gab es aber noch eine Verbindung am selben Tag! Warum konnte der blöde Flieger nicht einfach wie geplant abheben? Da ich nicht so lange im Hostelzimmer bleiben durfte, kam ich relativ früh am Flughafen an, wo es ein kleines Frühstück gab und ich dann stundenlang wartete… Das Boarding war eigentlich für 11:05 Uhr angesetzt, doch um 11:45 Uhr, fünf Minuten vor dem geplanten Abflugszeitpunkt, saß ich immer noch in der Wartehalle am Gate… Ich hatte echt keine Lust mehr zu warten, vor Allem weil ich nicht wusste wie lange noch. Die Peruaner und ihre Pünktlichkeit sowohl ihre Aussagen zur Zeit kannte ich ja mittlerweile, aber es war trotzdem nervig. Ich war zudem auch einfach müde und wollte nur nach Lima. Nachdem ich einen Angestellten gefragt hatte, wann wir denn boarden würden, sagte er mir, in Lima wäre viel Verkehr und wir müssen erst auf eine Landeerlaubnis warten. Aber in 10 Minuten würden wir einsteigen können und bestimmt auch pünktlich kommen. Ich war also nicht wirklich schlauer, aber tatsächlich tat sich nach einer Viertelstunde etwas und wir hoben um 12:30 Uhr endlich ab. Die meiste Zeit vom Flug verschlief ich wieder und als wir um 13:45 Uhr (statt 13:24 Uhr) endlich landeten, war ich heilfroh! Mein Gepäck war ebenfalls mitgekommen und Hernán, ein Fahrer und Bekannter von Jens, wartete bereits auf mich. Wir fuhren einmal quer durch Lima, dieses Mal jedoch bei Sonnenschein und viel schönerem Wetter als im August, vorbei am Meer bis nach Hause. Dort erwarteten mich schon Jens und Izzy, die mich herzlichst empfingen. Jens lag im Bett von Izzy, ich fühlte mich sofort wie zu Hause, da alles ganz entspannt war. Ich bekam leckeres Mittagessen, öffnete endlich das Paket von zu Hause und ging später noch mit Jens ordentlich Obst und Gemüse einkaufen sowie einen frischen Saft trinken. 

Den Rest der Woche verbrachte ich wirklich nichtstuend und entspannend. Vormittags waren Mili beim Arbeiten und Izzy in der Schule, meistens stand auch nachmittags noch etwas auf dem Programm. So hatte ich viel Zeit für mich, fuhr ein paar Mal mit Jens zum Einkaufen, Ministerium, Friseur etc oder holte Izzy von der Schule ab. Also nichts spannendes. Am Donnerstagabend hatte Izzy einen Tanzauftritt in ihrer Schule, weshalb wir selbstverständlich alle (inklusive Oma und Cousine) um 19:30 Uhr im Auditorium der Schule anwesend waren und uns die Show ansahen. Es war wirklich goldig und mit viel Liebe gemacht, die Kinder führten verschiedene Tänze in Trachten auf und spielten Cajón. Spät erst kamen wir wieder zurück, aber Izzy war ganz happy und ich freute mich, sie gesehen zu haben. Davor war sie ganz nervös und schon die Tage davor sehr geschäftig dabei ihre Proben zu organisieren. Wirklich putzig. Was lustig war, war die Rede vom Direktor der Schule, denn da war sogar mein Spanisch besser und mit weniger Akzent behaftet. ;D

Heute, Freitag, ist Feiertag und ich glaube der Bruder von Mili kommt zum Mittagessen vorbei. Wir werden grillen, mal sehen was danach noch passiert. Eventuell gehen wir ins Kino, das fände ich echt cool! 

Eine kleine Anmerkung am Rande: es ist wirklich super komisch die Weihnachtszeit im Sommer zu verbringen! Hier ist es richtig warm, aber wenigstens gibt es einige weihnachtliche Plakate, ein paar Weihnachtsbäume und Dekorationen in der Stadt (Lima ist echt viel schöner im Sommer und gefällt mir dieses Mal echt richtig gut muss ich sagen) und Jens und Izzy haben die Wohnung mit ganz viel Weihnachtsdeko geschmückt. Das ist schön zu sehen, auch wenn es sich einfach nicht wie Dezember und Weihnachten anfühlt. Mein Kopf ist noch im August, wahrscheinlich auch, weil die letzten Monate so schnell rumgegangen sind. Nikolaus wird hier gar nicht gefeiert, das war schon etwas schade, aber verkraftbar. Heilig Abend wird anscheinend auch überhaupt nicht besinnlich gefeiert, sondern richtig Party gemacht. Da bin ich mal gespannt drauf. Ein kleiner Trost sind meine zwei elektronischen Adventskalender, die meine Nostalgie etwas dämpfen. Sooo süß von Mama und Ate, aber ich habe auch lange genug genervt… Ich freue mich aber auch Svenja, Jens’ Tochter, kennenzulernen. Vielleicht will sie mit mir an der Küste paraglyden, das habe ich mir nämlich fest vorgenommen. Am Samstag oder Sonntag fahre ich jedenfalls weiter nach Arequipa und von da aus dann mit einigen Zwischenstopps zurück nach Lima, sodass ich vor dem 24. wieder hier ankomme. Nach der Woche kann ich hoffentlich auch erholt und mit neuer Energie starten.

Emily

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Kommentare: 1
  • #1

    Onkel Hans (Sonntag, 10 Dezember 2017 15:45)

    Habe Deinen Brief mit Interesse gelesen, Oma Hille hat mir viel von Dir erzählt ich glaube du machst dir die besten Erinnrungen für Dein Leben. In deinem Alter bin ich mit dem auto von deutschland nach persien gefahren, auch ein Erlebnis von dem ich hewute noch gerne erzähle. Schöne Weihnachten und guten Start ins Jahr 2018 Dein Onkel Hans