Weihnachten in Lima

So, jetzt kam wirklich sehr sehr lange nichts mehr von mir, aber hier ging es drunter und drüber und ich habe einfach keine ruhigen Stunden gefunden um einen ordentlichen Artikel zu verfassen. Doch so langsam habe ich gehört werden einige nervös, wofür allerdings keinerlei Grund besteht. Mir geht es super und es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr. Meine Erkältung ist (schon etwas länger) endlich (!!!) weg und die ganzen anderen Wehwehchen sind auch endlich Geschichte. Ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst. Außerdem habe ich hier in Lima gerade eine super Zeit und kann mich nicht beschweren.

Von meinem Trip nach Arequipa, Nazca und Ica (zu dem noch ein Artikel kommen wird) bin ich am Dienstag, den 19.12., um Mitternacht zurückgekehrt und wurde direkt Herzlich empfangen. Izzys Ferien hatten soeben begonnen und sie hat ihr zweites Schuljahr mit herausragenden Noten abgeschlossen, sodass sie mir am nächsten Morgen stolz ihr Zeugnis präsentierte. Jens hatte einen Zahnarzttermin und bot mir an, mich mitzunehmen und an einem Museum rauszulassen. Allerdings lag ich noch im Bett und wollte dort auch bleiben, hatte also überhaupt keine Lust mich schnell zu duschen, zu Frühstücken und fertig zu machen. Also lehnte ich ab, auch wenn ich wirklich gerne in das Museum gegangen wäre. Er war sichtlich enttäuscht und verwirrt, aber auf den Stress hatte ich grad gar keine Lust. Er meinte, er würde mit Izzy um 12 Uhr wiederkommen. Natürlich war das nicht der Fall, stattdessen kamen sie erst um 14:30 Uhr, zu welchem Zeitpunkt ich schon fast verhungert war. Ich wartete mit dem Essen auf sie, um 13:30 Uhr hieß es och eine Stunde, dann noch 15 Minuten... Naja, schlussendlich kamen sie dann ja doch noch wieder. Für den Nachmittag hatte ich mich mit Carmen verabredet, die am vergangenen Freitag auch endlich aus Andahuaylas wegkonnte und in Lima auf die Ankunft ihrer Familie wartete, mit der sie bis Januar durch Peru reisen wird. Eigentlich wollten wir uns schon früher treffen, aber aufgrund des verspäteten Mittagessens kam ich erst sehr spät von zu Hause los. Mit dem Bus fuhr ich zum Parque Kennedy, dem Zentrum Miraflores, um mich dort mit Carmen zu treffen und eine Free Walking Tour durch Barranco, das Künstlerviertel Limas, zu machen. Ich kam zehn Minuten zu spät, aber immer noch rechtzeitig für Peru. Über das Wiedersehen mit Carmen habe ich mich riesig gefreut und wir hatten so viel zu erzählen! Wir beide hörten gar nicht mehr auf zu reden und legten nur eine Pause ein, wenn die nette Frau, die uns herumführte, etwas zu sagen hatte. Die Führung begann eine Stunde später, nachdem wir nochmal ewig herumgestanden haben und den Bus nach Barranco genommen haben. Dort war es wirklich wunderschön, von der Architektur her mit den vielen bunten Fassaden in Verschiedenen Stilen, aber auch die Atmosphäre gefiel mir sehr. Es wirkte etwas alternativ und bohl-mäßig, genau wie ich es liebe. Es gab viele Cafés und Bars und Kleinkünstler, die ihre Gemälde oder Schmuck verkauften. Außerdem gab es viele Grafittis an den Wänden, Mauern oder in Tunneln, aber nicht die hässliche Art von Graffiti, sondern das, was man dort sehen konnte, war richtige Kunst. Abstrakte Gemälde mit teilweise tiefsinnigen Bedeutungen. Über den Weg, der zum Meer führt, gibt es eine Brücke und die Legende besagt, wenn man sie zum ersten Mal sieht darf man sich etwas wünschen, aber der Wunsch geht nur in Erfüllung, wenn man beim Überqueren die Luft anhält. Natürlich habe ich es auch ausprobiert. Nachdem die Tour schon nach einer Stunde wieder zu Ende war, entschieden wir uns noch dazu, ein bisschen durch das Viertel zu laufen, den Sonnenuntergang am Meer anzuschauen und die Stimmung zu genießen. Als es schon dunkel wurde, suchten wir uns einen Bus zurück zum Parque Kennedy, wo Carmen ihr Hostel hatte, und ich dann noch einen anderen nach Hause. Die Suche nach einer Haltestelle gestaltete sich etwas komplizierter als gedacht, aber am Ende haben wir es gefunden und ich machte mich auf den langen Heimweg, denn der Verkehr erlaubte es dem Bus nicht wirklich voranzukommen. So braucht ich ewig und ich verpasste es auch noch rechtzeitig auszusteigen, aber schließlich und endlich kam ich dann doch zu Hause an. Dort war niemand, denn Izzy hatte mit ihrer Turngruppe einen Auftritt und für mich gab es keine Karte mehr, sodass ich nicht mitkonnte und außerdem wollte ich ja auch Carmen treffen. So war es für alle die optimale Lösung. Nach der Show trafen sich Izzy, Mili und Jens noch mit Freunden in einem Restaurant, sodass sie erst spät heimkehrten. Ich war da schon im Bett, fand es aber toll, mal einen Abend alleine zu sein. Ich habe gegessen und Netflix geschaut, danach bin ich ins Bett gefallen. 

Am Donnerstagmorgen kam Svenia, Jens Tochter aus erster Ehe, hier in Lima an und war natürlich erstmal sehr müde. Trotzdem gingen wir los auf den Minimarkt, tranken einen Smoothie und kauften Obst und Gemüse ein. Mittags gab sollte es Sushi geben, also musste auch dafür der Reis vorbereitet werden. Für die Feiertage wurden dann noch einige Sachen aus dem Supermarkt benötigt, die man auf dem Markt nicht bekommen kann, also ging es auch dort noch hin. Da dieser Laden nicht nur Lebensmittel im Sortiment hat, sondern auch alles andere, was das Herz begehrt, wie Spielzeug, Schreibwaren, Klamotten und Haushaltswaren, entschied ich mich dazu meine Chance zu ergreifen und Weihnachtskarten sowie ein Geschenk für Svenia zu suchen. Glücklicherweise wurde ich auch recht schnell fündig und entschied mich für einen Planer für 2018 und eine Tasse mit I love Coffee. Denn ich wusste, dass Svenia Kaffee sehr gerne mag und ich dachte mir, einen Kalender kann man immer gebrauchen. In einem anderen kleinen Laden auf dem Weg fand ich dann noch Geschenkpapier und Tüten und so hatte ich alles beisammen. Ich war für Weihnachten gerüstet! Das Geschenke-Shopping ist gar nicht so leicht, wenn man nirgends alleine und unbeobachtet hinkommt. Aber ich habe es hingekriegt! Tschacka!

Jens hatte dann glaube ich keine Lust das Sushi zu rollen und so beauftragte er Svenia und mich damit, alles klein zu schneiden. Ich rollte, teils mit Izzys Unterstützung, die Rollen und Svenia schnitt sie klein. Perfektes Teamwork war das! Es war zwar wieder sehr spät als wir fertig waren, aber es schmeckte richtig gut! Danach wollte ich mich nochmal mit Carmen treffen, da das die letzte Möglichkeit war. Am Abend würden ihre Eltern landen und sie wollte sie gerne vom Flughafen abholen. Deshalb hatten wir nur sehr wenig Zeit, aber es war trotzdem nett. Sie brachte mir die Urkunde vom CEDIF mit und ich brachte sie zur Bushaltestelle. Svenia hatte ich angeboten uns Gesellschaft zu leisten, aber sie war zu müde und wollte lieber zu Hause bleiben. Izzy war aufgrund der Nervosität und Schlafmangel ebenfalls sehr müde und quengelig, sodass wir alle früh ins Bett gingen. 

Am Freitag passierte den ganzen Tag eigentlich nicht so viel. Morgens sind Svenia und Izzy zu Starbucks aufgebrochen, um einen Kaffee trinken zu gehen. Ich wollte eigentlich noch nachkommen, doch weil ein Missverständnis auf das nächste kam, stand ich am Ende vor Starbucks, ohne dass ich auf die beiden traf und musste wieder umdrehen. Dort waren sie zwei Minuten vor mir auch wieder angekommen. Wie sich herausstellte, war auf Izzys Orientierungssinn nicht wirklich zu vertrauen und die beiden haben sich verlaufen. Am Ende waren sie zwar in einem Starbucks, aber in einem anderen, viel weiter entfernteren. Und ich hatte Svenias Nachricht, dass ich nicht mehr loslaufen müsse, zu spät gesehen... Naja, passiert. ;P

Am Abend ist Mili dann noch mit Svenia und mir auf einen "Weihnachtsmarkt" gegangen. Im Prinzip war es sowas wie eine Messe. In einer riesigen Halle waren unzählige kleine Stände aufgebaut und man konnte von Klamotten, bis zu Schuhen, Schmuck, Pflegeprodukten, Spielzeug und Essen alles kaufen. Nicht wirklich weihnachtlich, aber sie hatten schöne Klamotten. Irgendwie habe ich in letzter Zeit total Lust darauf bekommen, verschiedene Dinge zu kombinieren und mehr mit Mode zu machen, aber im Moment bleibt mir nur die Wahl zwischen weißem oder schwarzem Top... 

Am Samstag sind Mili, Izzy, Svenia und ich am Vormittag zum Larcomar gefahren, einem Shoppingcenter an der Küste, und ein wenig durch die Läden geschlendert um festzustellen, dass Svenias Lieblingsläden verschwunden sind. Also sind wir in einen ihrer Favoriten um die Ecke gegangen und haben uns dann in ein nettes Café in der Nähe gesetzt. Irgendwann kam Jens noch dazu, dem hatte mili wohl gesagt wo wir waren und er war daraufhin mit dem Bus nachgekommen. In einem Supermarkt besorgten wir dann noch die letzten Sachen für das Weihnachtsessen und für die Kekse, die Svenia und ich am Nachmittag backen wollten. Peanut Butter Chocolate Cookies hatten wir uns vorgenommen. Laut Pinterest auch super einfach und schnell. Die Mengen wurden nach Svenias Augenmaß abgemessen und wir improvisierten eigentlich alles. Irgendwann wollte Izzy dann auch noch mitmachen. Der Teig war tatsächlich recht schnell gemacht, nach einer Kostprobe aber für viel zu süß empfunden. Also wurden irgendwie weitere Zutaten hinzugefügt bis wir einverstanden waren. Was aber ewig dauerte, war das Plätzchen ausstechen und backen, denn in den Ofen, dessen Temperatur man nicht regeln kann, passten nur wenige Kekse auf einmal und wir mussten sechsmal 15-20 Minuten warten und aufpassen, dass sie nicht verbrannten. Kein Blech verbrannte uns und wir waren ziemlich stolz auf unser Endergebnis. Es waren tatsächlich Kekse draus geworden. Am Ende überzogen wir sie noch mit Schokolade und besprenkelten sie mit gehackten Erdnüssen und unser Meisterwerk war vollbracht. Svenia, die auch gerne backt, meinte, es wären die schönsten Plätzchen, die sie je gebacken hat. Gut ausgesehen haben sie auch tatsächlich, aber mir waren sie viiiel zu süß. Alle anderen fanden sie aber super, was mich sehr gefreut hat. Wir waren jedenfalls ultra stolz drauf, nach dieser dreistündigen Aktion aber auch fertig für den Tag.

Der Sonntag, 4. Advent und Heiligabend, fühlte sich erstmal gar nicht an wie Weihnachten. Alles lief seinen gewohnten Gang und wir unternahmen erstmal nichts. Ich versuchte verzweifelt mit Mama und Papa zu telefonieren, was das WLAN aber nicht zuließ. Ehrlich gesagt machte mich das echt richtig traurig und ich wollte es irgendwann auch einfach nicht mehr probieren, weil es mich sonst nur noch mehr frustriert hätte. Es war echt scheiße mit niemandem reden zu können, immerhin war es Weihnachten und ich wollte mit meiner Familie wenigstens reden, aber es klappte einfach nicht. Um die Mittagszeit herum machten wir uns alle zusammen auf zum Bio-Markt. Davor gingen wir aber in einer super unscheinbaren und nicht wirklich ansprechenden Cevicheria Mittag essen. Zuerst wollte Mili, dass ich mir auf dem Bio-MArkt etwas zu essen kaufe, weil sie dachte, es gäbe nur Fisch in der Cevicheria. Dort fanden wir aber nichts, also sagte ich, ich hätte eigentlich auch kein Problem damit, einfach nach den Beilagen zu fragen. Ceviche kommt ja immer mit Mais, Bohnen, Süßkartoffeln und Salat. Also gesellten wir uns zu den anderen, die schon bestellt hatte. Tatsächlich hatten sie sogar eine vegeane Platte im Angebot. Ich war begeistert, denn es gab darauf alles was ich liebe. Süßkartoffeln, Yuca, Mais, Bohnen, Avocado, Salat, Chifles... und dazu das leckerste Dressing! In Wirklichkeit war es das Dressing vom Ceviche, das eigentlich fast nur aus Limettensaft und Chili besteht. Aber irgendwas haben die da noch reingetan, denn es war sooo gut! Es war das beste Essen was ich hier in Peru hatte. Allerdings war ich danach auch gesättigt für die nächsten drei Tage gefühlt. Dumm nur, dass heute ja Weihnachten war. Oder gut, denn so bekam ich keinen Hunger, bis es um 22 Uhr endlich Abendessen gab. Der Nachmittag ging irgendwie ziemlich schnell rum und auch der Abend war schnell zur Nacht geworden. Ich hatte es irgendwie doch noch hinbekommen, wenigstens ein bisschen mit meinen Eltern zu telefonieren und zu schreiben, was mich sehr glücklich gemacht hat. Auch wenn dieses Weihnachten wirklich etwas doof war, was die Verteilung unserer Familienmitglieder anging. Ich war hier in Peru, Mama und Joni in Berlin und Papa und Opa in Kressbronn, weil Opa krank geworden ist. Aber ich glaube am Ende hatten wir doch alle ein ganz schönes Fest, ich zumindest. Svenia machte mir abends noch die Haare, um 21 Uhr trudelte Milis Papa schließlich mit einer Stunde Verspätung ein. Izzy war super aufgeregt und konnte es gar nicht mehr abwarten, die Geschenke aufmachen zu dürfen. Eigentlich wurde ihr versprochen, dass wir um 9 Uhr essen würden, aber das Essen war noch nicht fertig und so konnte sie nicht wie erhofft um 22 Uhr die Geschenke auspacken. Während dem Warten auf das Essen fing sie irgendwann an zu weinen und durfte ein Geschenk schon vorher aufmachen. Das ließ ihre Augen wieder leuchten und ihr Gesicht strahlen. Sie griff sich natürlich das größte und darin war eine Puppe, die sie sich gewünscht hatte und die sprechen, krabbeln und pinkeln kann. Sie war begeistert und sofort wieder glücklich. In meinen Augen ein furchtbares Ding und Svenia und ich konnten nicht anders, als uns über die Puppe aufzuregen, aber Izzy war direkt in ihrer Mutterrolle drin und schleppte "Lucicita" überall mit hin. 

Nach dem Essen halfen wir Mili beim Abwasch, sodass wir alles schnell aufgeräumt hatten und zur Bescherung übergehen konnten. Im Prinzip waren alle Geschenke für Izzy und sie war hellauf begeistert. Meiner Meinung nach hat sie zu viel bekommen, aber alle waren glücklich und das ist was zählt! Svenia freute sich sehr über mein Geschenk und auch ich fand ihres für mich super süß! Sie hat sich total viele Gedanken gemacht. Und das nicht nur um meines, sondern auch für ihre Schwester, ihren Papa und Mili hatte sie super süße Dinge ausgesucht. Ich hoffe, sie hat sich nicht vernachlässigt oder übergangen gefühlt, weil ich dabei war und Jens immer seine "drei Töchter" zu uns sagt. Das ist nämlich das letzte was ich will. Über den Gutschein für den Freizeitpark haben sie sich glaube ich auch sehr gefreut, ich habe eine dicke Umarmung bekommen und es schien, als würden sie sich freuen. Ich war mir nämlich nicht mehr so sicher am Ende, da es nichts wirklich für Mili und Jens war. 

Ich persönlich bekam mehr, als ich mir jemals erträumt hätte. Neben Svenias Geschenk bekam ich von den Jaspers einen Schal aus Alpaka-Wolle, weil sie wussten, wie sehr ich die Muster liebe, dass ich nicht viel Platz habe und es in Kanada kalt wird. Ist das nicht süß! Leider war die Farbe jetzt nicht ganz so der Volltreffer, denn der Schal ist in allen Regenbogenfarben gestreift, aber zum Glück kann man ihn umtauschen. Svenia hat auch einen bekommen und war von den Farben auch etwas überwältigt. Jens wollte uns damit aber nur auf nette Art und Weise dazu bringen, mehr Farben zu tragen. 

All das kommt aber bei Weitem nicht an das heran, was meine Eltern für mich gemacht haben. Sie haben mir mit Abstand das schönste Geschenk der Welt gemacht, das schönste, was ich jemals bekommen habe und den Wert aller Geschenke dieser Welt übertrifft. Ich hätte niemals damit gerechnet und habe gar nichts erwartet, und dann haben sie mich einfach damit überrascht: ein ganz persönliches Video mit Bildern, Videos und Nachrichten von Zuhause, meiner Familie, Willy und meinen Freunden, die sie extra angeschrieben haben und die ihnen Videobotschaften oder Bilder und Nachrichten geschickt haben. All das in ein fast siebenminütiges Video zusammengeschnitten. Ich war sowas von geflasht, meine Gefühle zu dem Zeitpunkt lassen sich gar nicht in Worte fassen. Erst war ich einfach nur gerührt und überrascht, fand es super süß. Dann musste ich weinen, als ich gesehen habe, dass sie auch meine Freunde involviert hatten, und dann lachen, weil es zum Teil einfach nur witzig war. Danach war ich Komplett sprachlos und glücklich, was Schöneres hätte es nicht geben können für mich. Und so unerwartet! Ich fühlte mich nun gestärkt, hätte so noch weitere 5 Monate fortbleiben können, da das Video mein Heimweh um einiges linderte. Ich konnte es gar nicht glauben, was sie da für mich, extra für mich, gemacht hatten. Anscheinend war es auch nicht so einfach, das Video hier nach Lima zu senden und dann auf dem Fernseher abzuspielen. Es hat wohl ewig gedauert und alle mussten mithelfen, aber es war der Hammer. Mir war es nur unangenehm so im Mittelpunkt zu stehen und so etwas Besonderes zu bekommen. Obendrauf habe ich auch noch einen paragliding Flug bekommen, den ich machen wollte, seit ich das erste Mal in Lima war. Beinahe hätte es noch einen Streit gegeben, Als ich gerade dabei war, Svenias Geschenk zu öffnen. Denn Jens wollte da schon das Video abspielen, alle anderen waren der Meinung, dass es später besser wäre. Ich ignorierte das einfach, weil ich mir selbst die Überraschung nicht ruinieren wollte und auch nicht ganz verstand worum es ging. Svenia wäre verständlicherweise traurig gewesen, wenn ihr Geschenk somit untergegangen wäre. Schlussendlich ist ja alles gut gegangen und ich hätte glücklicher nicht sein können. Nach der Bescherung spielte Izzy mit ihren Geschenken und um Mitternacht schauten wir dem Feuerwerk zu. So ein großes Feuerwerk habe ich noch nie gesehen, so viele Böller auf einmal! Es war echt schön und wir umarmten uns alle und wünschten frohe Weihnachten. Danach wurde noch bis 2 Uhr zusammengesessen, bis wir schließlich alle ins Bett gingen. Ich schrieb noch mit meiner Mutter, die schon wieder wach war, konnte meine Augen irgendwann aber nicht mehr offen halten. 

Ich hatte überhaupt nicht mehr damit gerechnet, aber es war ein wunderschönes Weihnachten, auch wenn es ganz anders war. Was einfach so schön ist, ist wie liebevoll mich alle hier aufgenommen haben und mich wie ein Familienmitglied behandeln. Ich fühle mich wie Zuhause, nur in meinem peruanischen Zuhause. Ich habe alle wirklich sehr sehr lieb gewonnen! 

Am Montag war hier wie in Deutschland auch ein Feiertag und da es sehr spät geworden war, haben wir alle ziemlich lange geschlafen und sind sehr entspannt in den Tag gestartet. Zum Mittagessen kamen Milis älteste Schwester und ihre Mutter, die noch mehr Geschenke für Izzy mitbrachten. Zu der sprechenden Puppe gesellte sich nun noch eine bestimmt einen Meter große Puppe, weshalb Isabella ab dem Zeitpunkt nur noch mit Mutter spielen beschäftigt war. Für den Nachmittag hatte sich auch noch Milis andere Schwester angekündigt, die ihre Kinder mitbringen würde und so entschieden Svenia und ich an den Malecón zu fahren und uns dort Fahrräder auszuleihen. Ich meinte schon im Bus, dass ich mir zum einen vorstellen könnte, dass es menschenleer ist oder aber, dass die Hölle los ist. Und tatsächlich war es so so voll dort, was bestimmt auch an dem schönen Wetter lag. Die Sonne schien, es war super warm und gefühlt halb Lima war am Malecón unterwegs. Es machte fast keinen Spaß dort spazieren zu gehen, weil es so überfüllt war und man sich immer seinen Weg durch die Menschenmassen bahnen musste oder abbremsen musste, weil die vor einem so langsam liefen. Wir fanden zwar den Fahrradverleih, waren uns aber einig, dass wir es lieber auf einen anderen Tag verschieben würden. Ich glaube, es hätte keinen Spaß gemacht und wir hätten bestimmt ständig absteigen und anhalten müssen oder hätten aus Versehen ein Kind umgefahren. Das wollte ich dann doch nicht riskieren. Also setzten wir uns in einen Starbucks und kühlten uns ein bisschen ab. Danach liefen wir am Meer entlang Richtung Süden bis wir nach Barranco kamen. Es war ein recht langer Spaziergang, aber mit der Zeit wurde es leerer und wir hatten ja keine Eile. Wir unterhielten uns ab und zu, aber manchmal liefen wir auch nur schweigend in unseren Gedanken vertieft nebeneinander her und genossen den Sonnenuntergang über dem Meer. Es war wirklich sehr entspannt und tat gut, mal wieder so lang ziellos spazieren zu gehen, ganz ohne Stress und Hektik. Der Nachmittag verging im Fluge und in Barranco selbst verbrachten wir nicht wirklich viel Zeit, wir nahmen nur einen Bus, der uns eigentlich in der Nähe von Zuhause absetzen sollte. Allerdings landeten wir am völlig anderen Ende der Stadt und mussten so zu Fuß zum Parque Kennedy laufen, um von dort einen Bus direkt nach Hause nehmen zu können. Es war schon dunkel und wir hatten beide keine Lust mehr zu laufen, aber uns blieb nichts anderes übrig. Jens schrieb eine Millionen Mal die gleiche Nachricht mit dem Namen der Station, an der wir aussteigen mussten, dabei wusste ich das alles schon. Ich konnte ja auch nichts dafür, dass der Busfahrer mir Müll erzählt hatte. Im Zentrum von Miraflores fanden wir tatsächlich sofort den richtigen Bus und stiegen ein. Anfangs hatten wir noch einen Sitzplatz, aber für eine ältere Dame gaben wir diese auf und stellen uns in den völlig überfüllten Gang. Dort quatschte uns ein Mann an und verwickelte uns in eines dieser ätzenden Gespräche, die man mit Fremden führt. Da es dunkel war, war es schwer zu erkennen, wo wir aussteigen mussten und ich war immer wieder am Umgebung studieren. Leider mussten wir an genau derselben Haltestelle raus wie der Mann, von dem wir unieigentlich schon verabschiedet hatten. Seine Fragen wurden nämlich immer merkwürdiger und aufdringlicher. Er begleitete uns einige Meter bis er meinte, er würde eigentlich in der anderen Richtung wohnen. Dann fragte er uns, ob wir Sport machen würden und wir antworteten beide einfach nur mit Nein. Aber was dann kam war der Gipfel: er fragte uns doch tatsächlich, ob er uns BEIDE mal zu einem Abendessen ausführen dürfe. Ich direkt so: „NEEE!“ und Svenia noch etwas netter: „Wenn wir uns nochmal wiedersehen sollten vielleicht…“ Ihhhhh, was dachte der sich denn bitte dabei und warum müssen Peruaner immer so komisch sein? Der Typ war echt eklig und wir beschleunigten unsere Schritte, um uns schnell von ihm zu entfernen. 

Für den Dienstagvormittag hatten wir etwas ganz besonders cooles geplant. Izzy, Svenia und ich wollten Surfen gehen! Ich hatte das zwar schon lange vor hier in Lima zu machen, aber ich dachte nicht wirklich, dass man eine reelle Chance hat, beim ersten Mal irgendetwas hinzubekommen. Ich freute mich trotzdem riesig drauf, Svenia war etwas aufgeregt und Izzy sich nicht wirklich sicher, ob sie das wirklich machen wollte. Natürlich wollte sie, aber als wir dann um kurz nach zehn bei dem Zelt der Surfschule ankamen, war es ihr doch nicht geheuer und sie entschied sich dagegen. Svenia und ich dagegen zogen uns einen Neoprenanzug an, was wirklich nicht so einfach ist. Währenddessen änderte Isabella doch nochmal ihre Meinung und wollte jetzt doch auch ins Wasser. Also bekam auch sie einen Anzug und irgendwann begann die „Theorie“. Svenia und ich waren zusammen mit einem anderen Jungen in einem Team und bekamen zu dritte einen Surflehrer. Izzy hatte ihren persönlichen, der auch mit ihr auf einem Brett liegen würde. Wir bekamen gezeigt, wie wir aufstehen mussten, übten dieses einige Male auf dem Trockenen und er warnte uns vor einigen Gefahren. Danach ging es auch schon an die Bretter und auf ins Meer. Wie gesagt hätte ich wirklich niemals damit gerechnet irgendwas hinzubekommen, da ich mir Surfen immer so schwer vorgestellt habe, aber es hat so einen riesigen Spaß gemacht! Am liebsten wäre ich nie wieder aus dem Wasser gegangen. Ich habe es tatsächlich direkt von Anfang an geschafft auf dem Brett zu stehen und zu surfen, während die anderen immer beim Aufstehen herunterfielen. Es war so ein geniales Gefühl auf dem Brett zu stehen und von den Wellen in Richtung Strand getragen zu werden. Leider sind wir nie sehr weit ratsgepaddelt, weswegen der Surfspaß immer schnell zu Ende war und ich alles wieder Zurückpaddeln musste. Dieser Teil war der anstrengendste von Allem, meine Arme schmerzten schon nach Kurzem, aber mich konnte nichts aufhalten. Ich wollte einfach immer wieder so schnell wie möglich zurück raus aufs Meer um es erneut zu probieren. Ich war absolut glücklich und auch wenn ich unglaublich viel Salzwasser geschluckt habe an diesem Morgen, einmal jemand über mich drüber gefahren ist und es mich etliche Male unter den Wellen begraben hat, war es so genial! Ich habe es geliebt auf dem Brett zu sitzen und mich von den Wellen schaukeln zu lassen, habe die Schmerzen ignoriert und meinen Armen immer weiter befohlen zu paddeln und es einfach genossen, dort zu sein. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, aber es hat so viel Spaß gemacht und ich konnte einfach nicht aufhören zu strahlen. Mein Surflehrer Oskar war glaube ich auch etwas stolz auf mich, denn er meinte die ganze Zeit, ich wäre wirklich am SURFEN! Er scherzte, warum ich ihn angelogen hätte, dass ich noch nie gesurft sei. Aber es war ja die Wahrheit. Ich war einfach nur begeistert und sprudelte fast über vor Glück! Izzy sah ich schon nach kurzer Zeit wieder am Strand neben Jens warten und auch Svenia verließ relativ schnell wieder das Wasser. Ich dagegen hoffte, es möge nie zu Ende gehen. Ich bin rausgepaddelt bis Oskar meinte, jetzt reiche es. An Land konnte ich fast nicht auf den groben Steinen stehen, hatte keine Energie mehr und mir tat alles weh. Aber es störte mich nicht, denn die Schmerzen war es absolut wert gewesen. Ich überlege jetzt schon, wo ich als nächstes hingehen kann, um einen richtigen Kurs machen zu können…

Nach einem Abstecher zum Markt um Obst zu kaufen (und mir freies Obst zum Kosten abzustauben, denn ich musste unbedingt was essen) kamen wir wieder nach Hause und ich befreite mich von dem ganzen Sand und Salz, das an mir klebte. Mir tat wirklich meiner ganzer Körper weh, ich spürte Muskeln, von deren Existenz ich nichtmal wusste. Vor allem meine Arme und Schultern, meine Beine und mein Po schmerzten, aber auch an den Stellen, wo man auf dem Brett auflag taten weh, ich habe bis heute noch blaue Flecken. Trotzdem hatte ich am Nachmittag irgendwie noch Lust etwas zu unternehmen und auch den anderen ging es so. Also fuhren wir alle zusammen zum Jockey Plaza, einem Einkaufscenter hier in Lima, um für Jens nach T-Shirts zu suchen und ein bisschen Bummeln zu gehen. Svenia bekam endlich eine SIM-Karte für ihr Handy und konnte in ihre Lieblingsläden gehen. Ich glaube sie geht sehr gerne shoppen und so fackelten Jens und ich ihr mehr oder weniger nur hinterher. Mit der Zeit tat mir mein Hinterteil und meine Beine einfach so sehr weh und ich war so müde, dass ich mich zu jeden Schritt zwingen musste. Svenia war aber in ihrem Element und es wurde immer später. Mili und Izzy waren in der Spielzeugabteilung, denn dort wollte sie (zwei tage nach Weihnachten) schon wieder nach mehr Ausschau halten. Denn nun wünscht sie sich Klamotten für ihre Puppe Baby Alive, der sie sogar Klamotten selbst bastelt… Am Ende, als ich dachte, wir hätten es endlich geschafft und mein Magen sich meldete, setzten wir uns noch in ein Café und Izzy bekam 15 Minuten in einem Bällebad spendiert. Danach ging es aber tatsächlich endlich nach Hause, wir hatten mittlerweile 21 Uhr. Ich war super müde, aber auch sehr zufrieden, denn der Tag war super schön gewesen.

Am Mittwoch gingen Jens, Svenia und ich auf den Inka Markt, einen riesigen Markt voller Souvenirläden, bei dem ich auch schon ganz am Anfang war. Dort tauschten wir den Schal ums, den Svenia und ich zu Weihnachten bekommen hatten. Denn Jens hatte welche in allen Regenbogenfarben für uns ausgesucht, weil er meinte, wir sollen mehr Farbe tragen, wir würden zu konservative Farben tragen. Nach ewigem Hin und Her konnten wir uns entscheiden, welchen wir mitnehmen wollten und brachen auch für Mili noch einen mit. Svenia fand noch ein Souvenir für ihren Freund und seine Mutter, ich kaufte einen Traumfänger. 

Auf dem Rückweg hielten wir an einem Spa an und fragten, ob sie Zeit für uns hatten. Glücklicherweise waren sie gerade nichts sehr beschäftigt und so gönnte sich Svenia eine Pediküre und eine Maniküre und ich eine einstündige Massage. Hier zahlt man für eine Stunde nur ein Viertel von dem, was man in Deutschland bezahlen würde und Ate wollte mir eh mal eine spendieren. Die Gelegenheit musste ich also ausnutzen! Es war super angenehm und ich war danach so entspannt, wie schon lange nicht mehr. Sie massierte den ganzen Körper und ich dachte die ganze Zeit, ich muss unbedingt mal einen vhs-Kurs machen, um das zu lernen. Es ist echt genial! Svenia war auch zufrieden mit ihren Nägeln, was für den Preis auch super war. Wir haben es uns also richtig gut gehen lassen an dem Tag. 

Für den Abend hatten wir einen Spieleabend geplant und so fingen wir um 20 Uhr an, „Wer bin ich?“ zu spielen, bis wir keine Lust mehr hatten. Danach spielten wir noch „Stadt, Land, Fluss“, und ich muss sagen, beide Spiele waren einfach super lustig, da wir immer in Deutsch, Englisch und Spanisch spielten und alles durcheinander war. Wir hatten alle echt riesigen Spaß. Nur mit Jens zu spielen ist wirklich sehr anstrengend… er redet immer viel zu viel und gerade bei „Wer bin ich?“, wo man nur mit Ja oder Nein antworten darf, hat er alles viel zu sehr auseinandergenommen. Izzy sollte z.B. mal eine Tomate erraten und er antwortete bei der Frage, ob sie lebendig sei, mit Ja… So kommt die doch nie auf eine Tomate! Und bei der Größe oder Kategorisierung von Tieren nahm er es immer viel zu ernst. Trotzdem war es sehr lustig und ich habe sogar beide Male gewonnen.  

Was wir vormittags gemacht haben weiß ich nicht mehr, aber ich kann mich noch erinnern, dass ich mit den schlimmsten Schmerzen meines Lebens gerechnet habe. Aber ich muss sagen, mein Körper tat mir nicht so sehr weh wie erwartet. Ich hatte zwar Muskelschmerzen und blaue Flecken, aber im Großen und Ganzen war es auszuhalten. Am Tag zuvor war es viel schlimmer, direkt nach dem Surfen, als alle Muskeln erschöpft waren. Am Nachmittag hatten sie sich etwas erholt, aber nach der Shoppingtour war es ganz schlimm. Ich dachte wirklich als wir dort waren bei jedem Schritt, ich sterbe. 

Am Donnerstag waren wir (ohne Mili, die muss als einzige arbeiten) vormittags in einem sehr netten Café in Miraflores, das von außen sehr unscheinbar wirkte, von innen aber super schön gemütlich eingerichtet war und allerlei vegane Gebäcke anbot. Ich mochte es dort sehr, auch die anderen Menschen wirkten sehr interessant. Einer war am lesen (ein richtiges Buch), vor ihm auf dem Tisch lag ein Notizbuch und ein anderer saß an seinem MacBook und genoss einen veganen Orangenkuchen. Es war wirklich klein, aber fein. Danach machten wir noch einen Abstecher zum Schokoladenmuseum und zum Markt, um wieder Obst und Gemüse zu kaufen. Zuhause fingen Svenia und ich dann direkt an zu kochen, denn wir wollten zum Mittagessen Pizza machen. Den Teig machte Svenia selber, wir bereiteten Salat zu und schnitten alle Dopings klein. Nachdem der Teig geruht hatte und wir ihn ausgerollt hatten, konnte jeder seine Pizza belegen wie er wollte. Auf unser Ergebnis waren wir ziemlich stolz und es schmeckte auch sehr lecker. Sie sahen echt perfekt aus! Mit Svenia macht kochen echt Spaß, auch wenn wir anders an die Dinge rangehen. Bis jetzt haben wir aber schon ziemlich viel gekocht und gebacken und es hat immer alle begeistert. Am Nachmittag waren wir beide im Museum Larco, einem sehr guten Museum hier in Lima, das eine unglaublich riesige Sammlung an Fundstücken der verschiedenen präkolonialen Kulturen ausstellt. Es war echt interessant und beeindruckend, wie gut die Vasen, Teppiche und Schmuckstücke noch erhalten sind. In einem separatem Lager sind über 45.000 Fundstücke ausgestellt! Das ist echt eine Menge! Zusätzlich gibt es noch eine Ausstellung über die Darstellung von Erotik in den damaligen Kulturen und das war zugegeben die absurdeste aber auch witzigste Ausstellung, die ich je besucht habe. Unglaublich, was die für Flaschen und Vasen gefertigt haben… Außerdem war der Garten des Museums wunderschön, mit unzähligen Blumen in verschiedenen Farben und Kakteen, Bäumen und Sträuchern. Er sah fast verwunschen aus und ist ein Traum für jedes Eigenheim. Da hätte ich einen ganzen Tag verbringen können. Während wir im Museum waren, besuchten die anderen drei Milis Schwester, die dort ganz in der nähe wohnt.

Am Abend waren wir noch zusammen in einer Bar namens „eka“, wo an diesem Abend ein super cooles Event stattfand, das Mungo Lingo hieß. Am Eingang bekommt jeder einen Aufkleber mit der Flagge seines Heimatlandes und zusätzlich noch die deren Sprache man noch spricht. Ich hatte also die Deutschlandflagge, die der USA und Peru. Svenia Südafrika, Deutschland und Peru, auch wenn sie eigentlich noch Französisch spricht. Es kommen Leute aus aller Welt dahin und die Idee ist, dass man sich so auf allen möglichen Sprachen mit fremden Menschen unterhalten kann, die alle offen und gesprächig sind. Tatsächlich wurden wir auch direkt als wir den ersten Fuß in die Bar setzten von einer Gruppe Peruanern angesprochen. Da die aber ein bisschen komisch wirkten und das Gespräch ziemlich stockte, entschuldigte sich Svenia und wir holten uns etwas zu trinken. Sobald man nicht mehr in ein Gespräch verwickelt war, kam auch schon der nächste und quatschte einen an. Allerdings herrschte an dem Abend deutlicher Männerüberschuss und zudem war der Großteil peruanisch bzw. aus Lima. Das mag ja auf den ersten Blick nicht schlecht erscheinen, aber Peruaner sind in ihrer Art sich mit Fremden zu unterhalten sehr aufdringlich und hartnäckig. Da unsere Kennenlernstory, Svenias Leben und mein Aufenthalt sehr kompliziert ist zu erklären und für Aussenstehende total verwirrend ist, haben wir uns irgendwann einfach Geschichten ausgedacht und Fake-Namen gegeben. Das war echt lustig und hat mich in so manche Bredouille gebracht. Leider waren aber unsere Gesprächspartner alle seeehr komisch und wir haben niemanden getroffen, der uns sympathisch war oder mit dem das Gespräch rundlief. Irgendeiner von uns musste irgendwann leider immer auf Klo, ein neues Getränk bestellen, etc…  Was uns beide störte war, dass viele von ihnen uns einfach von Anfang an zu nahe kamen, wir sind beide keine Fans davon und rückten immer weiter weg von ihnen. Manche waren auch schon zu betrunken und richtig seltsam, alles in allem also leider ein kleiner Reinfall, was die Besucher anging. Das Highlight des Abends war unser Gespräch zu zweit, das aber auch irgendwann von zwei Typen unterbrochen wurde. Die Idee finde ich nach wie vor genial, aber ich glaube, wir hatten ein bisschen Pech mit den anderen Besuchern. Svenia war schon einmal bei so einem Event, auf dem sie zwei Freunde gewonnen hat. Uns begegneten leider nur komische, eklige oder unsympathische Peruaner, mit denen das Gespräch irgendwann einfach versiegte, es jedoch keiner beenden wollte. Um Mitternacht waren wir beide müde und entschieden uns nach Hause zu gehen. Dort versuchten wir 10 Minuten lang die Tür zu öffnen, was irgendwie unmöglich war, bis ich es plötzlich doch geschafft habe. Nachdem wir uns dann noch eine Stunde in der Küche unterhalten hatten, gingen wir endlich schlafen.

Am Freitagvormittag wollten Svenia und ich es eigentlich nochmal mit den Fahrrädern probieren, aber als wir mit Jens und Izzy am Malecon ankamen, war es leider schon zu spät. So tranken wir nur etwas in einem Café, das auf einen Felsen der Klippe gebaut wurde. Man hatte einen genialen Blick auf das Meer (auch wenn es immer bewölkt ist) und war umrahmt von etlichen Pflanzen und der Küste. Am Nachmittag brauchte ich unbedingt mal eine Pause nach dem ganzen Programm der letzten Tage und zum Glück ging es Svenia auch so. Jens war beim Zahnarzt und so blieben wir tatsächlich am Nachmittag zu Hause. Ich hatte Zeit für diesen Artikel und konnte etwas ausruhen. Abends passten wir auf Izzy auf, denn Jens und Mili gingen zusammen ins Kino und schauten Star Wars. Es freute mich, dass sie die Gelegenheit nutzten, dass Svenia und ich auf Isabella aufpassen konnten, denn sonst ist es für sie ja nicht möglich. Es wurde Eis gekauft und es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht. Wir entschieden uns dazu, einen Film zu schauen. Die Wahl fiel auf „Ein Zwilling kommt selten allein“, was mein absoluter Lieblingsfilm war als ich klein war. Und zufälligerweise ist es auch Izzys Lieblingsfilm und so war es nicht schwer, sich zu einigen. Am Ende schlief ich fast auf dem Sofa ein und so m achten wir uns fertig und gingen schlafen. 

Was wir heute machen weiß ich nicht, aber mal sehen. Ich weiß, der Bericht ist jetzt sehr lange geworden, aber ich hatte einfach keine Zeit zu schreiben. Die anderen Wochen kommen noch.

Krass ist, dass ich in weniger als drei Wochen schon wieder zu Hause sein werde! Drei Wochen sind so wenig und jetzt ging die Zeit doch noch ziemlich schnell rum. Zwischendurch wollte ich nämlich sehr gerne nach Hause, aber jetzt denke ich mir, dass ich gar nicht mehr genug Zeit habe um Alles das zu machen, was ich noch vorhabe. Es ist so bald, dass ich nach Hause zurückkomme, Weihnachten ist schon wieder rum und Neujahr steht vor der Tür. Krass, dass 2017 schon wieder fast zu Ende ist, auch wenn super viel dieses Jahr passiert ist! Ich freue mich schon, euch alle bald wiederzusehen! 

Emily

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